Danzig im siebzehnten Jahrhundert.
Die herumschwimmenden letzten Überlebenden, die auf den Wellen mit dem Tode rangen, wurden von den Danziger Booten aufgenommen und gerettet. Der Erfolg der Hansen war ein großer. Dreihundert Dänen büßten in der Schlacht und durch den Untergang des Schiffes ihr Leben ein, die Hansen hingegen verzeichneten nur zwölf Tote und vierzig Verwundete. Unter den Toten der Hanseaten war aber einer, der für hundert zählte, Simon Lüblaw, der tapfere Schiffsführer des Ausliegers. Sein Tod dämpfte die Siegesfreude der Hansen.
Nachdem auf den Schiffen notdürftig die äußere Ordnung wiederhergestellt war, eilten sie den übrigen entflohenen Dänenschiffen nach; auch hierbei blieb ihnen der Erfolg treu; noch vier Fahrzeuge konnten sie beim Entern nehmen. Die Beschädigungen der Danziger Schiffe wurden schnellstens ausgebessert, und schon am dritten Tage nach der Schlacht fuhr Bokelmann unter großem Jubel mit seinen sechs Prisen in den Danziger Hafen ein.
Glockengeläute begrüßte die heimkehrenden Sieger, die Kanonen auf den Wällen donnerten einen Willkommengruß, und in öffentlicher Sitzung erhielt Kurt Bokelmann eine goldene Ehrenkette, und Paul Beneke, der mutvoll seinem Admiral durch Tapferkeit das Leben gerettet, ehrte eine öffentliche Anerkennung durch den Mund des Bürgermeisters Niederhoff.
3. Der Tag von Anholt.
Man schrieb das Jahr 1466. Kurt Bokelmanns Sohn Eler und sein Pflegebruder Paul Beneke führten als Schiffshauptleute den neuen ‚Mariendrachen‘ der Danziger, denn der alte war bei einem Sturm schwer beschädigt worden und daher abgewrackt. Die Fredekogge hatte eine Reihe von Handelsschiffen nach Holland geleitet und lag nun mit den Schiffen im Hafen von Zween. Dort traf die Kunde ein, daß Dänemark den versprochenen Frieden nicht gehalten habe, eine heimkehrende Flotte der Danziger sei überfallen, dazu sei das Begleitschiff ‚Pomuchel‘ unter Merten Bardewig in Grund gebohrt worden. Ein neuer schwerer Schlag für die Osterlinge! Erfreulicherweise bewahrheitete sich das Gerücht nicht ganz, denn nach einiger Zeit lief ein schwerbeschädigtes Schiff in den Hafen ein, und zur Freude der beiden Brüder war es die Barse[16] ‚Pomuchel‘.