Die sonst so vortreffliche dänische Artillerie hat in dem Kampf bei Eckernförde sich schlecht bewährt. Wie später bekannt geworden ist, flüchteten die Kanoniere vor dem Feuer der Deutschen von den Kanonen, und an ihre Stellen traten Seekadetten. Aber auch deren Aufopferung konnte die stolzen Schiffe nicht retten.
Als die Abendsonne am Himmel verschwand, sank auf den Dänenschiffen der stolze Danebrog. Zwei schöne Fahrzeuge bildeten die Beute einer kleinen Schar umsichtig geleiteter, tapferer Kanoniere. Ein tausendfaches Hurra der Zuschauer begrüßte das Ende des Kampfes. Das Feuer schwieg, und dann war alles still. — —
Im Erfolg erst erwies sich die wahre Heldengröße der Sieger. Nirgends hörte man lauten, übermütigen Jubel, in tiefer Bewegung reichten die Braven sich still die Hände und blickten dankbar zum Himmel auf. Unteroffizier von Preußer bemerkte, daß die Dänen alle Boote herabließen und in eiliger Flucht von dem brennenden Schiffe zu entkommen suchten. Preußers Entschluß war rasch gefaßt. Mit einigen seiner Leute sprang er in ein Boot, ermahnte die Fischer, ihm mit ihren Kähnen zu folgen, und steuerte dem Kriegsschiff zu, aus dessen Luken schwarze Rauchwolken emporwirbelten. Nach wenigen Minuten war er an Bord des von Blut und Leichen bedeckten Schiffes. Mit übermenschlicher Anstrengung bemühte er sich um die Rettung der Verstümmelten und Entkräfteten. Unterdessen griff das Feuer rasend um sich, bedrohte die Pulverkammer und das Leben der heldenmütigen Retter.
Vergebens beschwor von Preußer seine Freunde, nach dem Land zurückzukehren, vergebens trieben die dänischen Matrosen zur Eile. Plötzlich ertönte eine furchtbare Explosion, ‚Christian VIII.‘ war in die Luft geflogen. Ein Augenzeuge schrieb darüber:
„Die Dunkelheit wich plötzlich größester Tageshelle. Eine Feuergarbe, groß und breit wie das Linienschiff, stieg empor. Der Hafen glich einem Feuermeer. Eine ungeheure schwarze Rauchwolke schwebte über dem Ganzen. Brennende Balken und Masten bildeten riesige Sterne darin, und die in der Luft platzenden Bomben durchzuckten wie Blitze, denen der Donner unmittelbar folgte, diese Wolkenmasse. Es war ein unbeschreiblich großartiger, furchtbar schöner Anblick.“ — Der heldenmütige Retter von Preußer fand mit zweiundneunzig Mann beim Untergang des Schiffes seinen Tod.
Das Preußendenkmal auf dem Friedhofe zu Gibraltar — ein Erinnerungszeichen an das Gefecht bei Tres Forcas.
Auf dem Friedhofe der Felsenfestung Gibraltar erhebt sich ein einfaches Denkmal, das an der Spitze als Zierat einen preußischen Adler trägt. Unter dem Gedenkstein schlummern ein Offizier und vier Mann der ehemaligen preußischen Marine; sie haben im Jahre 1856 unter Prinz Adalbert im Kampfe gegen die Riffpiraten den Heldentod gefunden.