Eine schwache östliche Brise wurde allmählich immer stärker und trieb die Dänenflotte tief in den Hafen hinein, so daß sie auch von den Feldgeschützen der nassauischen Batterie mit Kartätschenfeuer bestrichen werden konnte; das hinderte die Mannschaften an einem Aufenthalt auf Deck und in den Wanten. Die Not der ‚Gefion‘ stieg aufs höchste, sie bat noch einmal dringend um Hilfe, der Dampfer ‚Geyser‘ eilte heran, schon lag das Bugsiertau an der Fregatte, da zerschnitt eine Kugel das Seil — das Schicksal der ‚Gefion‘ war besiegelt; sie war verloren. Dem Kapitän blieb nichts weiter übrig, als die Flagge zu streichen.
Das Linienschiff ‚Christian VIII.‘ litt nicht weniger unter dem Feuer der Strandbatterien, dazu brannte das Schiff, aber der Herd des Feuers war nicht zu entdecken. Immerzu schlugen glühende Kugeln krachend in den Rumpf des Schiffes ein. Sie mußten aufgesucht und über Bord geworfen werden, wenn nicht an hundert Stellen zugleich der Brand auflodern sollte. Nach siebenstündigem Kampf stieg in der Mittagsstunde am Mast die weiße Parlamentärflagge auf, das Feuer schwieg auf beiden Seiten, und ein dänisches Boot nahte mit einer Botschaft des Kapitäns Paludan.
Niederlage der dänischen Schiffe ‚Christian VIII.‘ und ‚Gefion‘ in der Eckernförder Bucht.
In einem Schreiben, das an die ‚Oberste Zivil- und Militärbehörde in Eckernförde‘ gerichtet war, verlangte der dänische Befehlshaber freien und unbehinderten Abzug der Schiffe; sollte das verweigert werden, so würde er die Stadt in Brand schießen.
Der Magistrat der Stadt überließ Hauptmann Jungmann die Entscheidung, der in Verbindung mit Hauptmann von Irminger, dem Kommandeur des dritten schleswig-holsteinischen Reservebataillons, und dem Etappenkommandeur Wigand das Schreiben folgendermaßen beantwortete:
„Wir sehen uns nicht veranlaßt, Ihre Schiffe zu schonen. Sollten Sie Ihre Drohung, eine offene Stadt zu beschießen, verwirklichen, so würde ein solcher Vandalismus der Fluch Dänemarks werden, dessen Vertreter Sie hier sind.“
Diese Antwort war von der Bevölkerung in der ernsten Stunde mit Jubel aufgenommen worden. Zweifellos hätte jede feindliche Kugel ein Haus der nahen Stadt zerstört, aber trotzdem riefen die Bürger entschlossen: „Wir wären ehrlos und verdienten den Fluch ganz Deutschlands, wenn wir die Schiffe entkommen ließen; darum bestehen wir darauf, daß der Vorschlag der Dänen abgelehnt werde.“
Gegen fünf Uhr nachmittags begann der Entscheidungskampf. Er sollte nicht lange dauern. Ein großartiges Schauspiel bot sich für die Zuschauer; sie beobachteten, wie fast jede Kugel der Batterien traf und nach jeder abgefeuerten Breitseite der Schiffe Dampf- und Staubwolken die ausdauernden Kanoniere einhüllten. Diese wurden mit Jubel begrüßt, wenn die Wolken sich verzogen hatten und die schwarz-rot-goldene Flagge, wohl vielfach durchlöchert, immer noch auf den Batterieständen wehte.