Die einlaufende Flotte wollte die beiden Strandbatterien zerstören, durch eine Truppenlandung sich der Stadt bemächtigen, alle gefundenen Vorräte vernichten und dann schleunigst den Rückzug antreten. Wohl stand der Wind dem Geschwader nicht günstig, trotzdem glaubten die Schiffsführer im Vertrauen auf ihre starke Geschützzahl von hundertneunundfünfzig Kanonen die kleinen Batterien am Strande zum Schweigen zu bringen. Gegen acht Uhr kamen die Dänen in den Schußbereich der Nordschanze. Sofort wurden sie von dort durch eine gutgezielte Ladung begrüßt, die das heransteuernde Linienschiff nur mit seinen Buggeschützen beantwortete.

Situationsplan der Zerstörung der dänischen Schiffe ‚Christian VIII.‘ und ‚Gefion‘ bei Eckernförde.

Als beim Beginne des Geschützfeuers die ersten Kugeln in die kleine deutsche Batterie einschlugen, entfiel den noch nicht kampfgewohnter Soldaten der Mut. Plötzlich stand ihr Hauptmann Jungmann auf den Brustwehr und begrüßte die rings um ihn in die Erde einschlagenden Kugeln mit gezogenem Degen. Das wirkte Wunder. Jetzt erkannten die jungen Kämpfer, daß nicht alle Kugeln trafen, und mutig standen sie ihren Mann bei der Bedienung der Geschütze, obwohl die feindlichen Schiffe ein furchtbares Feuer eröffneten. Dreißig bis vierzig Kugeln sausten oft auf einmal heran, wenn das Linienschiff eine volle Breitseite abgab. So wurden in kurzer Zeit Tausende von Geschossen verschwendet, ohne großen Schaden anzurichten.

Der Hauptangriff des Linienschiffes galt zunächst der Nordschanze, während der Zeit beschoß die Fregatte die Südbatterie. Die dänischen Artilleristen zielten schlecht, die meisten Geschosse flogen hoch über die deutsche Batterien hinweg auf den Strand, oder sie zerstörten die Brustwehr und die etwas höher gelegenen Deckungsschanzen für die Infanterie.

Damit wuchs der Mut der Verteidiger mehr und mehr. Als in der Nordbatterie eine Bombe auf die Pulverkammer fiel, stürzte sich ein alter Feldwebel auf den gefährlichen Gast und machte ihn unschädlich. Wenige Augenblicke später warf eine große Vollkugel ein Geschütz um; nur wenige Minuten, und der Schaden war wiederhergestellt. Mit großer Ruhe ward gezielt und geschossen! Jede Kugel traf mit Sicherheit ihr Ziel. Eine spätere Untersuchung der ‚Gefion‘ ergab, daß nur sechs Geschosse fehlgingen, alle übrigen saßen sämtlich im Schiffsrumpf dicht über dem Wasserspiegel.

Auch das Segelwerk der Schiffe litt; als auf dem Linienschiff dichter Qualm aufstieg, gab er Kunde, daß eine deutsche Bombe gezündet hatte und das Feuer das Schiff bedrohte. Noch schlimmer stand es um die Fregatte. Sie war durch einen Schuß in das Steuer beinahe zu jedem Manöver unfähig. Durch Notzeichen rief sie die Dampfboote herbei, aber keines vermochte die Schußlinie der beiden Strandbatterien zu durchfahren. Schwer beschädigt mußten die beiden auf ihre eigene Rettung bedacht sein und die Kriegsschiffe ihrem Schicksal überlassen.

Nach den Berichten der Augenzeugen sahen viele Zuschauer von der Anhöhe am Hafen in fieberhafter Aufregung dem Kampf zu. Schwieg die Nordschanze eine Weile, dann bemächtigte sich Kummer und Verzweiflung der harrenden Menge; sowie sie aber die Kanonenschüsse der Dänen auch nur mit einem Schuß erwiderte, drückten die Zuschauer sich freudetrunken die Hände und riefen einander zu: „Sie hält sich, die Schanze hält sich! Gott schütze Schleswig-Holstein!“ Mehrere Stunden hielten die wackeren Batterien dem furchtbaren Angriff stand, aber sie wären schließlich doch unterlegen, wenn die Elemente sich nicht als gute Verbündete erwiesen hätten.