Ende März 1898 kam nach mühseligen Verhandlungen der Grundplan, das erste große Flottengesetz, zur Annahme. Die notwendigen erforderlichen Erweiterungen des Grundplanes brachten die Flottennovellen von 1900, 1906 und 1911.

Das deutsche Volk hat jetzt die Gewähr, daß seine Marine den Anforderungen, die an sie herantreten können, gewachsen ist. Ein großer Fehler wäre es, das Gesetz aufzuheben, das eine weitblickende Regierung schuf. Schwere Lasten brachten die Flottengesetze dem Volke, jedoch muß unsere Generation sie tragen, um der künftigen die Ellbogenfreiheit auf der See und damit im Welthandel und Weltverkehr zu sichern: „Deutschlands Zukunft liegt auf dem Wasser!“ und Deutschlands Flagge soll in Ehren wehen!

Der Tag von Eckernförde.

(5. April 1849.)

Als die Schleswig-Holsteiner für ihre Freiheit im Kampfe gegen Dänemark standen, schickte ihnen der Deutsche Bund Truppenunterstützungen, die im Jahre 1849 unter dem Oberbefehl des Herzogs von Koburg-Gotha standen. —

Es war am Abend des 4. April. Der Tischler Kalissen hatte von einem schwankenden Gerüst oben an der Spitze des Gettorfer Kirchturms Ausschau gehalten und die Ankunft eines starken dänischen Geschwaders angezeigt, das einen Angriff auf Eckernförde zu planen schien. Sofort rüsteten die vorhandenen Streitkräfte sich zur Gegenwehr; die geringe Infanterie mußte den Strand besetzen, und die Küstenartillerie zwei kleine Schanzen, die schon im Jahre 1848 zum Schutz des Hafens errichtet worden waren. Die Nordbatterie führte sechs Geschütze und ihr gegenüber die Südbatterie nur vier eiserne Kanonen. Für beide standen zur Bedienung unter Hauptmann Jungmann vier Unteroffiziere und zweiundsiebzig Artilleristen, durchweg Rekruten, bereit. Eine nassauische Feldbatterie wurde aufgefahren, um einen etwa beabsichtigten Landungsversuch der Dänen mit zu verhindern. Daß diese kleine Schar vor den nahenden Kriegsschiffen mit ihrer viel größeren Geschützstärke nicht einen Augenblick zitterte, war das Verdienst des heldenmütigen Jungmann, der erst kurz vorher aus der Türkei, wo er die starke Artillerie am Bosporus befehligte, zurückgekehrt war.

Die Mannschaften der Nordschanze standen unter Hauptmann Jungmann, den Befehl in der Südschanze hatte bei dem Mangel an Offizieren ein junger Holsteiner, der Freiwillige, Unteroffizier von Preußer, inne.

In der Frühe des Gründonnerstags fuhr das dänische Geschwader, das während der Nacht draußen gekreuzt hatte, unter allen Segeln in den Eckernförder Hafen ein. Das stolze Linienschiff ‚Christian VIII.‘ führte zweiundneunzig Kanonen und stand unter dem Befehl von Kapitän Paludan, die Fregatte ‚Gefion‘ hatte vierundfünfzig Kanonen, die Dampfschiffe ‚Hekla‘ sieben und ‚Geyser‘ sechs Geschütze.