Aber gestern hat mir die Mariandjei dies Büchlein gegeben. Recht handlich zum schreiben. Da will ich nun beginnen:
DIE GROSSE RECHTFERTIGUNG.
Das wäre vielleicht nicht einmal so schwierig. Es wäre vielleicht alles noch in Ordnung zu bringen.
Ich bin nur leider nicht mehr ganz bei Trost. Ja, Trost fehlt mir. Jeder hat den seinen. Aber für mich ist wohl keiner mehr übrig geblieben?
Ich hätte nur gerne einmal alles recht klar. Solange ich selbst noch etwas davon weiß. Weil ich der Einzige bin, der etwas weiß. Jeder glaubt, etwas zu wissen. Ich allein weiß wirklich etwas.
Ohne mich rühmen zu wollen! Ach! Wen habe ich nun schon wieder beleidigt? Ich bitte um Entschuldigung! Ich beeile mich, um Entschuldigung zu bitten.
Ich weiß natürlich sehr wohl, daß ich nichts weiß. — Obwohl das nun wiederum auch wohl vielleicht nicht ganz richtig ist, denn: Nichts ist ja wohl nichts. Jedoch: Nichts wissen, das ist schon viel.
Sie denken vielleicht, ich treibe Scherz? Ich spiele ein wenig Sokrates? Aber das liegt mir fern. Liegt mir völlig fern. Hören Sie nur noch einen Augenblick zu, lesen Sie nur noch ein wenig weiter! Ich werde sogleich das Richtige sagen.
Wenn ich einmal, angenommen, wie man so sagt, nichts weiß, ja, was weiß ich denn dann? Es muß doch etwas sein. Wie könnte ich es sonst nicht wissen? Nichts zu wissen, muß doch etwas sein. Nur etwas. Nur ein wenig. Das ist aber nicht zu unterschätzen! Das ist sogar gewiß sehr wichtig, außerordentlich wichtig, dieses Nichts. Ich möchte sogar behaupten, es ist „die Ursache!“