Sie fragten: „Was bezeichnen Sie als sein Gesetz?“

Er sprach: „Es steht geschrieben: Wer gestohlen hat, der stehle nicht wieder, sondern schaffe mit seinen Händen, auf dass er habe zu geben dem Dürftigen. Du sollst Deinem Bruder vergeben sieben mal siebenzig mal. Und was Du nicht gethan hast diesem Geringsten Einem, das hast Du mir nicht gethan.“

„Ein geschriebnes Recht muss sein um der Ordnung willen,“ warfen sie ein.

„Ich sehe nur Unordnung. Ihr habt täglich zu thun mit Solchen.“

„Das sind Ausnahmen.“

„Die Andern bleiben in der Regel, weil sie den Vortheil davon haben.“

„Er ist scharf wie ein alter Fuchs,“ schmunzelte der Amtsrichter.

„Ohne Zwang ist in menschlichen Dingen kein dauerhafter Zustand möglich.“

„Der Zwang trifft nur die Aeusserung. Er ändert die Gesinnung nicht. Die mächtig genug sind, verachten ihn, und diese sind die stärksten, die das Beispiel geben.“

„Da hat er, den Teufel! nicht Unrecht. Unsre Banquiers und Minister könnten davon ein Liedchen singen.“