Sie ist ganz nah bei mir, nackt, weich, duftig ... Ich küsse sie. Ich halte ihren zarten, glatten Leib. Ich presse sie an mich ....
Sie lässt sich Alles thun mit einer Art schläfrigen Wollust. Vielleicht denkt sie an [pg 70]den „Vetter“. „Nicht wahr, Du bist verständig, Liebchen“ ...
Ich empfinde nichts, gar nichts für sie, eine Art lässigen, physischen Wohlbehagens.
Manchmal bin ich rauh. Ich spreche hart mit ihr. Ich schelte sie.
Dann wird sie ängstlich und flehend. Zuletzt fängt sie an zu weinen, hülflos, wie ein kleines Kind.
Doch versucht sie es wieder hervorzurufen. Die Drohung kitzelt sie. Sie hat dann ungefähr das Gefühl, das man hat, wenn man seine Hand dem Löwen in den Rachen legt.
Manchmal traut sie mir auch nicht ganz: „Du liebst mich gar nicht. Du spielst nur mit mir. Oh, ich weiss es! Ich weiss es.“ Dann thut sie eifersüchtig oder versucht mich zu beleidigen.
Kleine Kanaille, die! Ich glaube, wenn sie dächte, ich erschösse mich ihretwegen, das würde sie noch mehr kitzeln.
Sie würde dann mit einem deliziösen Mörderinnengefühl in ihre vornehme, ehrbare Ehe gehen.
Manchmal versuche ich sie zu erschrecken: „Wenn ich dich nun nicht freigäbe? Wenn ich dich verriete?“