Sie schmiegt sich noch dichter an mich, ganz dicht, mit weichen, flechtenden Gliedern. Ihre Augen, die meine suchen, sind wie Sterne: „Das thust Du nicht, dazu bist Du viel zu anständig, zu sehr Gentleman, mein lieber, süsser Herri!“

Wie klug sie ist. Fischschwanz!

Und manchmal denke ich, man müsste sie hernehmen, ihr weh thun, sie es fühlen lassen, das ganze Leid, die ganze Schande ..

Dann würde vielleicht noch was aus ihr, dann würde sie ein Weib.

Ah, das grosse, das adelige Weib, das ihr Kind an die Brust nimmt und Mutter ist, schweigend, der ganzen johlenden, feigen Gesellschaft zum Hohne!

Aber sind wir denn nicht ebenso – Halbmänner – Gentlemen – auf Kosten unsrer Mannheit?

Bin ich nicht selbst ein Nix, ein Wassermann, der ich ein süsses, junges, warmes Weib in den Armen halte und sie nicht nehme, nicht mit Gewalt nehme, kraft der Urgewalt meiner Leidenschaft?

Was ist aus uns geworden, wenn die Gefühle, die uns das Leben gaben, zur Spielerei geworden sind, raffinierte Specialitäten. Delikatessen, die man mit den Zähnen kostet.

Ach, das grosse, adelige, echte Volk, ar[pg 73]beitend, liebend, Kinder zeugend, die triumphierende Arbeit des Lebens thuend, über den Tod hinweg – und die Toten!

Mein Herz zieht sich zusammen in schmerzlich-bitterem Erlösungsdrang. Ich fasse sie fester. Ich atme stärker .....