Sie murmelt: „Nur kein Baby, Liebchen! Nicht wahr, du thust mir nichts?“ ....


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Neunter Brief.

Achim von Wustrow an Herbert Gröndahl.

Ich suche sie auf die Ehe vorzubereiten.

Es ist doch eine grosse und schreckliche Sache – in Not und Tod .. Leib und Seele .. ein Leben, um neues, lebendiges Leben zu zeugen.

Aber gibt es auch etwas Herrlicheres, Grösseres! Nein, ich beneide die Götter nicht. Grade das Vergängliche – die Not, das adelt Menschenliebe, das macht sie unvergänglich und göttlich. Nicht Prometheus ist’s, der in einsamem Zorn den Göttern trotzt – – der Mann, der seines Weibes Hand fasst, wenn unter ihm die Welt zusammenkracht: Der letzte Mensch!

Durch die Ehe erst wird der Mensch zum Menschen. Der Mann, das Weib, das ist etwas Einseitiges, Unfertiges, ein irrendes Atom im All .. Erst der Vater, die Mutter bringt ihnen Vollendung, kettet sie an das Allgemeine, das Grosse, Vernünftige, Unsterbliche.

Ich denke viel über diese Dinge nach, dass wir doch durch Philosophieren erst finden müssen, was der sichere Instinkt des Weibes fühlt!