So lange es das giebt, steht die Gesellschaft sicher, auf festen Füssen: Reine Frauen, Männer, die ein Heim schaffen können, die an Reinheit glauben.
So, das ist ein Hieb für Dich! Und nun eine liebe, schöne Bitte. Komm! Du darfst nicht fehlen. Komm und sieh einen glücklichen, glückseligen Menschen.
Hohe Zeit – Hochzeit!
Einmal sei auch Du froh. Sag: Ich sehe das Glück und ich glaube es.
Und wenn Du über den Schwärmer lachst, sieh Mathilde im Brautschmuck, weiss unter der weissen Myrtenkrone – und wie Thomas: Geh’ und glaube. Geh’ und schreib ein Buch des Glaubens und der Liebe.
Ich habe so viel davon in mir, dass auch auf Dich etwas übergehn müsste. Ich fühle mich sieghaft, die grosse Lehre der Weltfreude zu verkünden – und Mathilde heisst meine Madonna.
Noch ein kleiner, hübscher Zug von ihr, in unsrer Zeit der Mitgiftjägerinnen, des höheren Kokottentums, wo Mütter schon ihre halberwachsenen Töchter auf „die gute Partie“ dressieren.
Sie hatte den Katalog eines Wäschegeschäfts neulich. Es waren da Muster von teuren Spitzen, die ihr gefielen.
Die Mama, verständig wie immer, riet lächelnd zu billigeren: „Das ist ja für eine Prinzessin, Kleine, – und Du bist ein armes Geheimratstöchterchen.“
Natürlich übernehme ich das Alles. Es [pg 104]bedurfte einer gewissen Überredung bei der Mama. Sie geben mir so Unendliches. Sollen diese teuren Menschen sich Gênen auferlegen, vielleicht rechnen und sorgen, während ich schwelge!