Sie muss mich als Sohn für sie mit eintreten lassen. Ich bin jetzt einer von der Familie. Worin besteht denn die Zusammengehörigkeit, das Vertrauen, wenn ich nicht auch das Schwere mit ihnen tragen darf? Sind diese Güter mein Verdienst? Brauche ich sie? Ich wäre glücklich unter einem Strohdach.

Es ist um Mathildens willen, dass ich mich des Geldes freue. Auch das hat sie mich erst fühlen gelehrt. Es vermehrt meine Macht, zu beglücken.

Verzeih, dass ich dies überhaupt erwähne. Wir haben auch darüber so oft gestritten, [pg 105]über Geldwert und Geldanbetung in unsrer Zeit. Manche Erscheinung des öffentlichen Lebens giebt Dir recht. Ich selbst habe einige Fälle erlebt, die mich misstrauisch und traurig machen.

Man weiss ja leider, dass man ein reicher Mann ist.

Sie weiss davon nichts. Wenn man ihr die kleine Hand mit Geld füllt, wird sie es ausstreuen, lächelnd, segnend, unbewusst. Sie soll von diesem Wissen frei bleiben. Mag die ganze Welt jagen und rechnen, so ist sie das stumme, ruhende Juwel am Herzen der Schöpfung. Wer da ist, um uns an das Himmlische zu mahnen, das Unvergängliche im Dasein, der braucht den Wert eines Hundertmarkscheines nicht zu kennen.

Die Blume ist in sich selbst genug. Die Poesie zu wahren. Das reine Gefühl.

Wir sind nur wir, Mann und Weib. Um uns das Paradies.

Komm, Du armer, verirrter Adamssohn, ruhe im Schatten unsrer Palmen!


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