Aber das war sein Unglück. Denn in dem Bette, in welchem er ausruhen wollte, lag schon Einer, und Den peinigte er tüchtig, um ihn heraus zu beißen. Er war jedoch gerade an den Unrechten gekommen, denn der Mann, der im Bette lag, war ein Flohbändiger und reiste eben nach der Hauptstadt, um seine kunstfertigen Flöhe zu zeigen.

Den kannst Du gebrauchen! sagte der Flohbändiger. Er stellte eine Jagd nach ihm an und jetzt half dem Floh alle seine Tapferkeit nicht, denn er wurde gefangen und in eine Glaskapsel gesteckt.

– Das ist doch eine schmähliche Gefangenschaft! sagte der Floh. Wäre ich doch lieber mit Ehren auf dem Schlachtfelde gefallen!

So war denn der Floh gefangen und mußte viele, viele Kunststücke lernen.

Im vorigen Jahre habe ich ihn noch unter vielen andern kunstfertigen Flöhen gesehen; er war als Kanonier angestellt, mußte große Kanonen abschießen und trug einen feinen silbernen Draht um seinen Hals, den ihm der Flohbändiger umgelegt hatte, damit er ihm nicht entwische, denn er hatte gehört, daß der Floh schon einmal desertirt sei. Er beklagte sich bei mir über diese unwürdige Behandlung, er meinte, er wolle viel lieber dem Vaterlande dienen und fragte, ob ich mich nicht beim Könige für ihn verwenden könne.

Solltest Du, lieber Leser, Gelegenheit haben, den König zu sprechen, so kannst Du es ihm wieder sagen, denn tapfer ist der Floh, das muß ihm der Neid lassen.

Der blasirte Stieglitz.

Auf einem Zweige im Walde saß ein junger Stieglitz. Er hatte sich die Federn aufgeblasen und saß da so stolz und so selbstgefällig und machte sich wirklich dick, wie man im gewöhnlichen Leben zu sagen pflegt.

– Quirewitt! sagte er dann und wann vor sich hin. Was bin ich doch für ein unglücklicher Mensch! Gar nichts habe ich mehr, was mir Freude macht. Das Leben ist doch das Aufstehen und zu Bette gehen nicht werth.

So klagte der Stieglitz, denn wie jung er auch noch war, litt er doch am Weltschmerz, wie es vielen Menschen ergeht, die selbst nicht wissen, was sie wollen.