Am andern Morgen saßen der Adler und seine Tochter auf dem Rande des Felsens und schauten neugierig aus, ob der Storch noch nicht auf der Wiese zu sehen sei. Und richtig, da kam er angewackelt!
Aber, meines Lebens, wie sah der Storch aus! Er hatte so weite Hosen an, als hätte er einen ganzen Sack mit Aepfeln darin stecken, und hob dabei die Beine so hoch und machte so lange Schritte, daß der Adler und seine Tochter sich vor Lachen nicht zu bergen wußten.
Der Storch war aber auch in einer jämmerlichen Lage! Er hatte es sich so schön gedacht, Hosen zu tragen, und was geschah? Kaum kam er auf der Wiese daher spaziert, als sämmtliche Frösche und Kröten laut zu lachen anfingen. Sie hüpften ihm nach und damit er sie nicht kriegen könne, sprangen sie ihm von unten in seine weiten Pluderhosen und in die Taschen hinein, machten sich da über ihn lustig und riefen:
»Etsch, etsch, Klappermann,
Quak, quak, hat Hosen an!«
So ging es immerfort und um ihn her stimmten alle Frösche auf der Wiese mit ein, daß dem armen Storch ganz übel und schlimm dabei wurde. Aber er sah, daß der Adler und seine Tochter oben saßen, und dachte: »blamiren darfst Du Dich nicht; Du mußt wenigstens Deine Ehre retten!«
Deshalb machte er immer höhere Schritte, um die garstigen Frösche herauszuschütteln. Die aber tanzten um seine nackten Beine und riefen immerfort: »quak, quak, hat Hosen an!« Daher war er denn nur froh, daß er bald die Ecke des Felsens erreichte, hinter welcher ihn der Adler nicht sehen konnte.
Aber ehe er diese noch erreicht hatte, hörte er den Adler und seine Tochter laut auflachen, und als hätte sie sich mit den Fröschen verabredet, rief ihm die Tochter zu:
»Klappermann hat Hosen an!«
Das war nun allerdings sehr unartig von ihr, aber warum hatte der Storch auch Hosen angezogen!