Dies war dem Storch denn doch zu schimpflich; er ließ alle Liebesgedanken fahren, und kaum war er um die Ecke, als er das Beinkleid den Fröschen preisgab und hinter dem Felsen herumflog, so daß ihn niemand bemerken konnte.
An demselben Abend noch hatte der Storch sein Nest verlassen und war nach dem Süden gezogen, und die Bauern meinten, nun werde es wohl bald Winter werden, denn jetzt habe sich auch der letzte Storch auf die Reise begeben.
Seit jener Zeit aber kann der Storch gar nicht anders als so gehen.
Jeder nach seiner Weise.
Draußen in der Abendluft schwärmte ein großer Brummer, der kam an das offene Fenster eines reichen Mannes, flog in das Zimmer und machte hier einen Mordspectakel, wie es die Brummer zu thun pflegen. Bald summte er in der einen, bald in der andern Ecke, bald an dieser, bald an jener Seite und bald wieder stieß er sich den Kopf an den Fensterscheiben, der dumme Brummer, der keine Ahnung davon hatte, daß es Glaser in der Welt gebe.
– Summ, summ, summ! ging es im Zimmer; summ, summ! an den Fenstern; summ, summ! in allen Ecken. Ihm war das Zimmer viel zu eng und hätt' er es sich recht überlegt, so wäre er lieber draußen geblieben.
Plötzlich fing der Theekessel auf dem Tisch an zu singen, denn das Kohlenbecken unter ihm machte ihm das Leben recht heiß, und der Theekessel meinte, der wilde Brummer sei doch ein recht glückliches Thier, der habe Flügel und könne fliegen, wohin er wolle.
– Simm, simm, simm! klagte der arme Theekessel, als die Abendkühle ins Fenster drang, denn er stand wirklich auf Kohlen.
Brummer hörte den Theekessel; er setzte sich oben auf den Rand des Ofens, von wo aus er das Zimmer übersehen konnte, und horchte, wer hier außer ihm im Zimmer noch singen möge.
Da erblickte er den Theekessel und machte sich wieder auf den Weg.