Brummer aber war zu böse; er glaubte nicht anders, als daß der Theekessel aus dem kleinen Loch singe durch welches er den Dampf aufsteigen ließ, und umschwärmte dieses immer enger.
– Bleib mir vom Leibe! rief der Theekessel. Brummer aber besaß einen entsetzlichen Künstlerneid und ließ sich nicht warnen.
– Summ, summ, summ ... supp! Da saß er auf dem kleinen Loch, durch welches der heiße Dampf ausströmte, und im nächsten Augenblick lag er todt auf der Tischdecke.
– Simm, simm! Ich kann nicht dafür. Jeder nach seiner Weise! sagte der Theekessel.
Brummer aber lag auf dem Rücken und streckte die Beine von sich. Da liegt er noch.
Lebenslauf der Scheere.
Eine kleine Scheere lag am Fenster einer jungen Gräfin und ließ sich von der schönen Morgensonne bescheinen. Sie war sehr hübsch und hatte ein paar Ringe vom feinsten Elfenbein.
– Nein, wie schön ich doch bin! rief sie aus, wenn ein Sonnenstrahl recht hell auf sie schien, daß es durch die ganze Stube blitzte. Man sollte glauben, ich sei von purem Gold!... Aber was sage ich! Stahl ist ja noch viel edler als Gold, denn so wie ich blitzt kein Gold auf der ganzen Welt!... Aber ich bin auch eine sehr vornehme Scheere, und ich kann wohl sagen, daß meine Freundin, die junge Gräfin, recht viel von mir hält!
Während sie so da lag, kam die Stubenmagd herein. Sie sah die schöne Scheere, auf welche sie schon längst ein Auge geworfen hatte, blickte vorsichtig im Zimmer umher, um sich zu überzeugen, ob sie auch allein sei, nahm die Scheere und steckte sie in die Schürzentasche. Weg war sie!
– Willst Du mich wohl wieder hinlegen! rief die Scheere. Ich werde Dir doch nichts nutzen können, denn ich bin es gar nicht gewohnt, mit so groben Händen umzugehen; ich breche sogleich entzwei, wenn mich ein andrer als meine Freundin, die Gräfin, anfaßt.