Es war Feierabend.
Der Schmied Sulpiz Schlagendrauf hämmerte noch dreimal auf den leeren Amboß, hernach räumte er sein Werkzeug auf, blies die Laterne aus, die von der gewölbten Decke hing, und reckte wohlig die langen, ausgearbeiteten Arme.
Da stand der Dullhäubel im Mondschein an der Tür.
Der Schmied mochte ihn nicht leiden. Als er einmal mit seinem Weib gestritten hatte, war der Dullhäubel wetterläuten gerannt.
»Du könntest auch bei Taglicht kommen,« greinte der Sulpiz, »Soll ich dir den Schimmel beschlagen? Oder das Hirn?«
»Plaudern möcht ich mit dir.« Der Bauer redete süß wie eine Flöte. »Nur plaudern. Die Zeit wird mir zu lang in der Finsterweil. Und von dir lernt man was. Du bist ein gewitzigter Mann, hast schon drei Weiber begraben.«
»An die Wand hab ich sie gemalt, die Gespenster, zum ewigen Andenken,« lachte der Schmied und trat den Blasbalg. In der Esse loderte es auf und erhellte das Gewölb. Drei greuliche Weiber waren mit Ruß an die Mauer gezeichnet: sie hatten Krallen an den Fingern und Fangzähne im Maul, glotzende, schlimme Augen und zerstrüpptes Haar. Es war ein übler Anblick.
»Mit welcher von den dreien hast du es am schönsten gehabt?« fragte der Dullhäubel.
Der Sulpiz Schlagendrauf griff auf ein Mäuerlein und brachte drei Holzäpfel.
»Beiß in den hinein!«