Der Dullhäubel hatte die Ogath heimgeführt. Sie war fleißig und ernst, hielt den Hof fest in der Hand und gebar ihm zu dem ersten Dirnlein noch elf andere, allesamt rothaarig.

Er war ein Mann in den besten Jahren worden. Das Haar hing ihm tief in die pfiffig gerunzelte Stirn, über den kleinen Augen hafteten die Brauen wie rote, borstige Raupen, der Fuchsbart deckte ihm Kinn und Lippen. Die Nase war ein wenig schief gebogen. Denn er schnupfte weit eifriger als früher, und der Tabak, wie er ihn vormals genossen, schmeckte ihm nimmer, er war ihm zu mild. Drum mischte er ihn jetzt nicht nur mit Schmalz, daß er sich binde und nicht so leicht zerstäube, sondern er rieb auch Glasscherben drein, daß er die Nase schärfer angreife und das Hirn aufrüttle.

Der also verstärkte Schmalzler scheuchte ihm die Sorgen, die ihm seine Schelmenstücke eintrugen, und tröstete ihn, wenn ihm die Bäurin das Gewissen riegelte, oder wenn ihn der Blaumantel mit seinem höllischen Blick durchbohrte.

Denn trotz seiner Jahre kam der Dullhäubel nicht aus der Bubenhaut heraus, sein Kopf wimmelte voll schabernackischer Pläne, und die Lust, dem lieben Nächsten ein Schwänklein und Schwänzlein anzubinden, verringerte sich ihm nicht.


Einmal schlachteten sie im Dullhäubelhof eine Sau. Da wollte sich der Bauer von der Arbeit wegschrauben und meinte, er habe in der Stadt zu tun, er müsse dort in die Steuerstube schauen und dem Marktpreis nachfragen, und am Heimweg wolle er das Kalb mitbringen, das die Bäurin in Blaustauden gekauft hatte.

In Hirschenbrunn kehrte er in jedem Haus ein, wo der Herrgott den Arm herausstreckte, horchte scheinheilig den Reden der Stadtleute zu und ließ sich erzählen, was in den Zeitungen gedruckt war.

Eine hübsche Weile stand er vor einem Arzneiladen und überlegte. Hernach trat er ein, den Schmalzler auf dem Handrücken, schaute sich lange um, starrte einfältig das Krokodil an, das, an die Decke gekettet, scheußlich nach ihm herabfletschte, schnupfte ausgiebig, schaute sich wieder um und wackelte tölpisch mit dem Kopf.

Geschäftig fragte der Apotheker: »Was begehrt Ihr? Dachsschmalz? Regenwurmöl? Mausohrsaft? Pfefferminz?«