»Du hast es wohl nit, Wurzelkrämer,« sagte der Bauer schüchtern und drehte den Hut in der Hand.
»Wollt Ihr Schwefel? Kupferwasser? Ein Quintel Weinsteinöl? Salniter? Salarmoniak? Eine Wagenschmiere? Eine Handsalbe?«
Der Dullhäubel sah den Apotheker tiefsinnig an. »Ich krieg es wohl nit da herin,« murmelte er.
»Besinnt Euch, Vetter! Hat Euch der Doktor einen Giftzettel geschrieben? Braucht Ihr eine Kropfschmiere? Eine Laussalbe? Ein Windsäftlein fürs Kind?« sprudelte der Mann hinterm Ladentisch.
Der Dullhäubel horchte ihm ehrfürchtig zu, und als dem Apotheker der Atem ausging, faßte er die Klinke, schnitt ein Koboldsgesicht und sagte: »Also behüt dich Gott, Wurzler! Einen Peitschenstecken hätt ich gebraucht.« –
Gemächlich ging er heim.
In Blaustauden suchte er den Burgermeister auf, von dem hatte die Ogath ein Kalb, dessen braunscheckiges Fell ihr wohl gefiel, zur Aufzucht erstanden.
Als der Mittag ausgeläutet ward, zog der Dullhäubel, den Burgermeister am Arm und das Kalb leitend, durchs Dorf. Auf der Brücke hielt er an und begann grell zu singen:
»Die Blaustaudner läuten,
sie läuten vor Not,
sie fangen den Bettelmann
und nehmen ihm 's Brot.«