Der Burgermeister vermahnte ihn: »Sing das nit, Freund! Sing ein anderes! Und überleg dir, mit wem du gehst! Ist dir nix heilig?«
Dem Dullhäubel war nichts heilig. Er packte das Kalb am Ohr und redete ihm hinein: »Merk auf, Burgermeisterlein! Wie der Teufel den Heiland versucht hat, hat er ihn auf den Lusen geführt, und von dem Berg aus hat er ihm die ganze Welt gezeigt. Aber Blaustauden ist ihm zu rußig gewesen, das hat er verstecken wollen und hat geschwind seinen Schweif darauf gelegt.«
Da schellte der Burgermeister dem Spottvogel eins hinter die Ohren, daß dem der Hut in den Bach flog, und lief schleunig davon. Der Dullhäubel stand da, das Kalb am Strick, und mußte den Widersacher rennen und den Hut schwimmen lassen.
Als er am Freithof vorüber trieb, stieg gerade der Totengräber aus einem Grab. Der versuchte, einen breitkrempigen Filzhut auf den Kopf zu setzen, aber der Hut war ihm zu weit und sank ihm bis zum Maul herunter.
»Staches, zu dem Hut mußt du dir einen größern Schädel anschaffen!« riet der Dullhäubel.
»Ich hab den Filz jetzt gefunden,« sagte der Staches, »in deinem Ähnel seiner Grube ist er gelegen. Ja, der Bonifaz muß heraus, er hat lang genug gerastet. Unserm Rauchfangkehrer muß er Platz machen.«
Der Bauer band das Kalb an einen Stein, darein das Bild einer Pfarrersköchin gemeißelt war, den Kochlöffel in der Hand.
Aus dem geöffneten Grab grinste der Schädel des Bonifaz herauf, die Pfeife war ihm noch unverwest ins falsche Gebiß geklemmt, das der Ähnel selber sich aus einem Rindsknochen geschnitzt hatte.
Der Dullhäubel setzte den Hut auf, der der Verwesung so tapfer widerstanden, und er paßte ihm wie angemessen. »Der Alte braucht ihn nimmer,« sagte er, »ich nehm ihn mit. Die Pfeife drunten aber kannst du dir nehmen, Staches.«
Dem Totengräber grauste. »Vergelts Gott, ich trag kein Verlangen darnach.«