Sie schnellte schreiend auf. »Tischler du tragst einen Ehring!«
Er wurde demütig, seine Stirne krauste sich. »Im Witstand bin ich, Mechel, im Witstand. Der Herrgott hat sie mir hingenommen. Niemand kocht mir, niemand macht mir das Bett.« Die Stimme knickte ihm.
Sie wurde neugierig. »Woran ist sie gestorben?«
»Ich hab gehört, am Rotlauf.«
»Hast du gut mit ihr gelebt?«
»Ich hab nit bei ihr liegen wollen, sie hat kalte Füße gehabt. Ja, ein Wittiber bin ich, und das ist mein einziger Tadel.«
Die lieben, dummbraunen Augen der Mechel glänzten voll Mitleid. Und er merkte es und riß sie zu sich hin und herzte und halste sie, bis sie ganz wirr bat: »Tischler, hör auf! Du bringst mich in die Lieb, und ich bin noch zu jung dazu.«
Droben schoß ein Stern über den Himmel, Johanniskühlein flogen glimmend.
»Laß ab, Tischler! Die Buben werden mir einen ströhernen Mann aufs Dach setzen. Die Schand begehr ich nit. – Und wenn einer daherkommt!«