»Bauer, du machst mich schwarz,« flehte sie. »Die Kinder spotten mir schon nach ›Hex! Hex!‹ Die Leut speuzen aus vor mir und verriegeln die Tür, wenn ich betteln komm. Und ich bin doch nur ein überständiges Weib und kann nimmer essen, nimmer schlafen.«

»Aber hexen kannst du,« rief er unbarmherzig.

»O du gar schlimmer Mann, was feindest du mich an? Unschuldig bin ich, der Blaumantel kann es mir bezeugen. O die Welt ist voller Angst und Nöten! Und man kann sich kaum aufrecken bei der teuern Zeit, kaum schnaufen kann man.«

Ein toller Schwank war dem Dullhäubel durch den Kopf geschossen. »Hexen kannst du,« bestand er. »Du verzauberst den heiligen Blaumantel selber. Ruf ihn um die Mitternacht. Dann stürzt er dir ins Haus. Versuch es!«

Er rannte in das mondscheinige Gebüsch der Mechel nach. Sie war nimmer zu finden. –

Als er zur Kapelle kam, räusperte es sich droben im Föhrenbaum. Zwei dürre Beine schlotterten vom Ast.

Der Dullhäubel schlug ein Kreuz. »Wer sitzt da droben?«

»Ein Schlaghäusel richt ich auf für den Mondschein,« erwiderte es. Es war der Narr.

Der Bauer atmete auf. »Gehustet hast du wie ein krowatischer Schuster, Zusch.«

»Ich bin Rudolf von Habsburg, der Sohn Josefs des Zweiten,« sagte der Narr feierlich.