Ein Schuhu höhnte draußen, der Wind murmelte unheimlich ums Haus.
In ihr schrie es um Hilfe. Ihre Seele hatte ein dünnes, verzagtes, windverwehtes Stimmlein und führte eine unbeholfene Rede.
Alter Leute Seele ist so matt wie ihre Hände. Und das Gebet der Ulla hatte gebrochene Flügel. Ihr war, es dringe nicht zu Gott, es steige nicht über die Tannen hinaus, es falle wie ein Stein schwer und schmerzhaft zurück in ihr Herz.
Neben ihr lag das Sündige, Schreckhafte, Unbekannte, der Zeuge ihres Hexentums. Das Fieber glühte in ihren Fingern, doch sie wagte nicht hinzugreifen.
Der Mond rückte und spiegelte in dem weißen Haar der Greisin. Auf einmal leuchtete er voll über das Bett.
Der heilige Blaumantel lag mit wachen, weit offenen Augen neben ihr.
»O weh, der Dullhäubel hat nit gelogen,« seufzte sie, »Ich bin eine Hex!«
Schwerfällig tickte die Uhr, und da ihr Zeiger immer wieder zurücksank, wußte das Weib nicht, ob der Morgen schon nahe sei. Furchtsam schaute sie den an, der ihr Bett teilte.
Als es graute, spannte sie die Geiß vor ein Wägelein, lud den Heiligen auf und schaffte ihn zurück in die Kapelle. – – –