Kaum hatte er die Augen zu, so beugte sich der Blaumantel über sein Bett, daß ihm der hölzerne Leib krachte.

»Dullhäubel,« wispelte er, »ich bleib nimmer in der Einöd. Es sind mir zu viel Narren und Diebe da.«

»Ich trag dich nach Blaustauden,« stöhnte dienstwillig der Träumer.

»Zu den hochnasigen Heiligen in die Kirche will ich nit,« erwiderte der Blaumantel, »die Goldenen und Silbernen verachten meine hölzerne Kutte. Schieb mich ins Dorf! Neben dem ›pfalzenden Hahn‹ will ich sein.«

Gleich stand der Dullhäubel hinter der Kapelle und schob an und stemmte sich daran, es war eine schwere Plage, aber die Kapelle rückte nicht vom Ort, und der Bauer schnaufte und ein scharfer Durst peinigte ihm Zunge und Gaumen und brannte ihm tief in den Schlund hinab, und sogar Magen und Gedärme dürsteten ihm und lechzten nach einem Trunk. Und wieder warf sich der Dullhäubel gegen die Mauer, drängte und schob. Den Schweiß, der ihm von den Brauen tropfte, fing er mit dem Maul auf, um sich zu erquicken. Doch die Kapelle saß wie ein Fels in der Erde. Da bleckte der Blaumantel wild lachend die Zähne, schwang sich aufs Dach und ritt droben wie ein Reiter auf dem Roß und schrie: »Wieh!« Jetzt rührte sich die Kapelle und fuhr wie ein schneller Wagen bergan.

Der Dullhäubel erwachte, staunend und blöd hockte er auf dem Strohsack.

Den peinigenden Durst zu löschen, richtete er sich auf und tappte in den Keller, wo auf einer Bank die Milchtöpfe standen, ergriff einen davon und soff. Er mußte saufen, süß oder sauer, Kuhmilch oder Geißmilch, es galt ihm gleich. Er soff wie ein glühender Stein. In endlosem Zug schlampte er den Ton bis auf das Neiglein aus, wischte sich schnaufend den Bart und taumelte satt hin aufs Stroh. –

Der Hahn krähte, der Tag graute an. Schon rumorte die Bäurin in der Stube.

Mit einem schrecklichen Druck im Magen erwachte der Dullhäubel. Er stützte sich ächzend, riß das Maul auf, und ein wilder Blutguß schoß auf das Pflaster des Vorhauses.