»Ganz genau, ich beschwör dir es. Tausend Schwüre leg ich darauf ab in einer Viertelstund!«

»So kannst du also einen jeden Kalender lesen vorn und hinten?«

»Oben und unten, geschrieben und gedruckt,« sagte der Hirt.

»Sakerment, wenn du jetzt noch die Gitarr zupfen könntest, du könntest um die größte Schul einreichen,« meinte der Bauer.

Damit war der Brunnkressenhannes als Schulmeister aufgenommen. –

Am andern Tag hütete der Hannes auf der Weide vor dem Vogeltänd das Vieh. Das Kuhhorn im Gürtel, saß er auf einem Stein, und vor seinen Zehen brannten die feurigen Nägelblumen. Rings graste das Vieh, ein rotblümetes Stierlein scherzte, ein Heuschreck hüpfte aus dem Gras auf. Am Himmel glänzte eine linde Wolke.

Da brachte der Isidor Dullhäubel seinen Schüler daher.

»Er wird bei mir Zucht lernen,« rief der Brunnkressenhannes. »Gute Zucht tragt gute Frucht. Da setz dich her zu meinen Füßen, Kasper!«

Er räusperte sich und fing an: »Zuerst müssen wir von der Welt lernen. Drum merk auf, und sag es mir dreimal nach: Die Welt ist eine Kugel.«