»Oha!« schrie der Bauer, der zuhörte. »Weitaus gefehlt! Die Welt ist ein Teller.«

Der Hannes bog den krummen Hals und sah den Dullhäubel scheel an. Nachher begann er wieder: »Du kannst es mir glauben, Kasper! Die Welt ist so rund wie dein Schädel.«

Betroffen tastete der Bub seinen Kopf ab, als wolle er den rechten Begriff von der Gestalt der Erde gewinnen.

Derweil widerstritt der Bauer: »Alles ist gerad und eben. Wo sieht man es denn, daß die Welt kugelrund ist? Wenn es so wär, müßt man ja auf der Seite hinunterfallen. Bucklet ist die Welt, aber rund nit.«

»Die Welt ist rund wie eine Kegelkugel und dreht sich,« sagte der Brunnkressenhannes scharf und unwillig. »Schwätz mir nix drein, Bauer!«

Der Isidor erwiderte: »Wenn die Welt sich dreht, müßt einmal das Wasser aus dem Brunn fallen, du Aff du! Und mit dem Kopf nach unten müßt man zeitweilig gehen, du Aff du! Stell dich einmal auf die Stubendecke hinauf, du Aff du, und fall nit herunter!«

Der Hirt ward hitzig. »Und dennoch dreht sich die Erde um die Sonne!«

Da holte der Bauer weit aus und reichte dem Hannes einen schallenden Hieb. »Ich vertrag viel, aber so arg laß ich mich nit narren, du falscher Lügenteufel. Hab ich es doch erst heut wieder gesehen, wie die Sonn aus der Erd heraus gerodelt ist! Und die Sonn steht nit, sie geht; doppelt so geschwind geht sie wie ein Mensch.«

Der Hannes rieb sich die Wange. »Du bist ein grobes Wetter, Bauer. Aber es hilft dir nix. Und die Gelehrten wissen allerhand, was dir seltsam ist, und sie haben recht. Wie könnten sie sonst die Stund genau ansagen, wo sich der Mondschein verfinstert?«

»Das nehmen sie ja aus dem Hirschenbrunner Kalender, du Narr!«