»Und wer macht denn den Kalender, he?«

»Den Kalender hat es allweil gegeben, du Narr. Hör mir auf mit deinen neugescheiten Gelehrten! Die wissen am End gar, wann Gott die Welt erschaffen hat.«

»Jawohl, Bauer, am dreizehnten März.«

Da schlug der Isidor Dullhäubel ein Kreuz, daß er sich dabei schier die kupferne Nase aus dem Gesicht gerissen hätte, und ging und überließ den Kasper seinem Schulmeister.

Der hob den Finger. »Jetzt, Bub, mußt du einen Spruch lernen. Sag mir ihn nach!

Kind, horch, was dein Gewissen spricht
und handle so, dann fehlst du nicht!
Die innre Stimme ruft uns zu:
Böses meide! Gutes tu!«

Zeile um Zeile drillte er dem Schüler ein, und der konnte es bald auswendig.

»So, jetzt lernen wir Lieder singen!«

Der Hannes zog das Maul schief, sah ins Gras und begann mit meckernden, hohen Lauten:

»Morgens, wenn die Sonn aufgeht
und der Tau im Gras da steht,
treib ich mit verliebtem Schall
meine Viehlein aus dem Stall
auf die grüne Hutweid hin,
ob ich gleich ein Hirt nur bin.«