»Nun, Kasper, wie gefallt dir das Lied? Es hat eine recht sittsame Weis.«

»Gar nit gefallt es mir,« rief das Bauernbüblein.

»Du Lump, du fauler, du geringschätziger!« tadelte gekränkt der Hannes. »Du wirst auch einmal so ein Bauer werden, der alle Tag Sonntag und alle Sonntag Kirchweih hat und nix tut, als an den Zäunen lehnen. Weißt du vielleicht ein schöneres Lied?«

Der Bub ließ es sich nicht schaffen und gellte aus höchstem Hals:

»Ich schrei hü,
ich schrei ho,
ich schrei allweil
hüstaho!«

»Da loset dem jungen Dullhäubel zu, der braucht keinen Schulmeister nimmer,« sagte der Hirt bissig.

Er kramte einen messingenen Ring heraus, das war seine Sonnenuhr, stellte sie gegen das Licht und sah nach der Stunde.

»Bub,« meinte er, »meine Zeit ist da, mich schläfert. Nimm derweil das Vieh in acht!«

Er unterwies den Kasper noch, wie er sich als Hirt zu halten habe, verblümelte dabei seine Rede mit vielerlei nutzbaren Sprüchen, sank dann auf einmal steif und mit gläsernen Augen ins Gras zurück und schlief.