»Die schönste Zeit ist eingetroffen,
die Einkehrhäuser stehen offen,
singt, Wallfahrer, sauft nur zu,
schnürt euch die Schuh mit dem Strohhalm zu!«

Der Schmied Sulpiz Schlagendrauf wollte gegen den Sänger losgehen, doch der Grazian hielt ihn beim Rock. »Herr, vergib ihm!« seufzte er mit dem Blick nach oben.

Der Dullhäubel lachte und schalt: »Ihr Nothälse, ihr habt alle nix, müßt euch die Schuh mit Rotz schmieren! Ihr Zipfelhaubenbauern, ihr Waldesel, stehlt euch nur wieder einen buchsbaumenen Heiligen!«

Knirschend zog die Kreuzschar davon. –

Der schwänkische Mann schlenderte vergnügt heim, weil er den Wallfahrern den rechten Segen mit auf den Weg gegeben hatte.

Aber als er zur Kapelle kam, war ihm, der helle Donnerstrahl schlage vor ihm nieder: der Blaumantel stand wieder drin, mit hellen Farben neu bemalt, den Kinnbart reichlich vermehrt und verlängert, den Blick weit greller und stechender als früher.

»Der Teufel blendet mich!« krächzte der Dullhäubel.

Doch der Teufel äffte ihn nicht, sondern munkelte ihm ins Ohr. Da schaute der Schelm sich pfiffig um, und als er nichts Lebendiges merkte als einen Vogel, der auf einem Tannenspitz rastete, und nichts hörte, als ein paar Dompfaffen und Teufelsmeßner im Wald, nahm er den Heiligen beim Genick und schleifte ihn auf heimlichem Steig zu dem alten Backofen, dort schob er ihn hinein und zündete ihm höllisch unter, und der Blaumantel fing an zu prasseln und zu knallen und sang wie die drei Jünglinge im Feuerofen.

Mit leichtem Gewissen ging der Dullhäubel zum »pfalzenden Hahn«.

Wirt und Wirtin waren auf der Wallfahrt. Das Dorf war wie ausgestorben, nur das Vieh hörte man glöckeln auf den Hutweiden.