Der Hannes blies gewaltig ins Kuhhorn, und droben im Dachreiter des Glöckelbauern rührte sich das Geläut. Jedes Gehöft sandte seine Leute zur Wallfahrt aus; Alte und Kinder, die ansehnlichsten und die mindesten Fuxloher kamen daher, denn es gab schier keinen im Ort, dem der Dullhäubel nicht einmal eine Schalkheit angetan hätte.
Bald waren sie wegfertig.
Vier schwangere Bäurinnen holten aus der Kammer des Grazian eine geschnitzte heilige Walburga. Der Igelbauer trug auf einer Stange den heiligen Kölbel, der die Wallfahrer schützt auf ihrer staubigen Reise; der Brunnkressenhannes schwenkte die Männerfahne, der Spucht lenkte die Weiberfahne, und der Hahnenwirt ging mit dem gekreuzigten Herrgott.
Die Dirnen hatten die Zöpfe mit Myrten und holden Zaunblumen geziert, und auch die uralte Ulla ging mit, das silberne Haar hatte sie gelöst und sie durfte es so tragen, weil sie eine Jungfrau war.
Sie trugen Zehrung in Zwilchsäcken mit und in Bündeln, mancher hatte sich weislich mit einem Regenschirm versehen.
Als die Kreuzschar singend auszog, lag der Dullhäubel auf einem Bühel. »Ich kann nit mitgehen,« schrie er ihnen nach, »auf der Ferse wachst mir ein Hühneraug, so groß wie eine wallische Nuß.«
Der Grazian schüttelte den Schirm. »Spott zu! Du hast bald ausgespottet!«
»Wie meinst du das, du Vaterunsermühl? Willst du vielleicht gar bitten, daß ich bald hin werd, du Weihbrunnkrug? Haltest du unsern Herrgott für einen Schuft, der sich kaufen laßt, du augendreherischer Meßner? Geh zu und verricht dein kniebeuglerisches Geschäft!«
»Rennen wir, sonst wirft er uns ein paar unschöne Wörter nach!« drängte der Hannes.
Der Schelm am Bühel näselte, den Grazian nachahmend, der eilenden Kreuzschar seinen Spott nach.