»Wieviel Menschen haben Sie ermordet?«

»Keinen, um Gotteschristi willen, keinen!« schwur er entsetzt.

»Warum haben Sie den türkischen Kaiser beleidigt, Sie Grobian? Hat er Ihnen etwas getan?«

»Ei, gibt es einen zweiten Kaiser auch noch?« Der Spucht ließ das Maul offen vor Verwunderung.

»Weh Ihnen, wenn ich noch einmal etwas Ähnliches von Ihnen erfahre! Dann kenn ich keine Gnade mehr,« drohte der Richter. »Und nun kehren Sie in den Schoß der Gemeinde Fuxloh zurück! Vorerst aber lassen Sie sich vom Balbierer nebenan auf meine Kosten den Bart stutzen. Verstanden? Hinaus!!«


Die Fuxloher wollten wallfahrten gehen.

Sühnen wollten sie, daß einer von ihnen sich an dem Heiligen vergriffen; sie wollten verhindern, daß ob dieses Frevels der Himmel mit schwarzen Wettern auf Saat und Frucht niederschlage, die der verschollene Blaumantel nimmer schützte. Und weil die Not kein Gesetz kennt, wollten sie an überheiligem Ort bitten, daß der Erzschelm Kasper Dullhäubel bald von der Erde weggeräumt und der Hölle überliefert werde, die er sich reichlich verdient hatte.

Der Meßner Grazian wurde frühzeitlich von dem Uhrgewicht geweckt, das von der Höhe herab mählich auf seine Stirn gesunken war. Er lugte zum Fenster hinaus, wie der Wind gehe und ob kein gefährliches Gewölk hänge zwischen den Bergen Rachel und Lusen. Doch stand der Himmel hell gespannt über dem Land, und das Wetterglas stieg. Da stiefelte er sich festlich, knüpfte sich ein rotes Halstuch unter dem Adamsapfel, band grobes Geld ins Schneuztuch und weckte den Brunnkressenhannes.