»Ich bin der Longinus Spucht aus Fuxloh. Ist denn in der Zeitung nix von mir gestanden? Wegen der kaiserlichen Beleidigung?«

»Ich weiß nix«, brummte der Scherge. »Wenn Sie aber durchaus im Zuchthaus Spinnen und Fliegen fangen wollen, so kommen Sie mit. Ich hab sowieso in der Stadt zu tun. Reden Sie dort mit dem Richter!«

Er schulterte das Gewehr, auf seinem Hut nickte der kriegerische Hahnenschwanz, und er ging stolz und steif, die Brust heraus, und schaute nicht rechts und nicht links. Neben ihm trippelte der Armesünder mit geknickten Knieen, als führe sein Weg schnurstracks zum Galgen.

Die Leute, die ihnen begegneten, freuten sich. Sie sagten: »Es ist gut, daß sie den Raubmörder einführen. An dem Bart sieht man es ihm an, was er Blutiges imstand ist.« Oder: »Dem Spucht hab ich es oft gesagt, daß wir uns im Zuchthaus sehen werden. Ein verwogener Raufer ist er gewesen, überall dabei.«

Er nahm alles zerknirscht hin.

In Hirschenbrunn rannten ihm die Kinder nach und deuteten auf seinen wildmächtigen Bart.

Als er ins Gerichtshaus trat, war ihm, er müsse tot umfallen. Er sah sich noch einmal um und wisperte: »Blaue Luft und grünes Gras, behüt euch Gott! Berg und Wald und Hirsch und Reh und Weib und Kind, ich seh euch nimmer. Mein Lohn ist Pulver und Blei.«

In einer Kanzlei empfing ihn ein alter Herr, sein Bart war weiß wie Rauhfrost, doch die Augen funkelten ihm scharf und jung.

Er ließ ihn hart an: »Sie sind also der berüchtigte Räuberhauptmann Spucht?«

»Taglöhner und Holzhacker bin ich, sonst nix, Euer Gnaden,« stammelte der Spucht.