Frühtags stand der Spucht wie ein Schlottergeist in der Amtsstube des Landschergen Anton Zinkinker in Blaustauden.

Der Scherge legte sich gerade in der Kammer daneben das kaiserlich-königliche Gewand an. Inzwischen schaute sich der Spucht in der Stube um.

Verweisend blickte das Bild des Kaisers von der Mauer herab, und darunter drohten ein Schleppsäbel und eine Doppelflinte. Über dem Schreibtisch in geschnitztem Rahmen hing ein Schriftstück, darauf waren Gewehre und Säbel, gekreuzte Pistolen und kriegerisch gefiederte Hüte aufgemalt, und es flog den Spucht geradezu ein Frost an, als er die blutgierigen Dinge so hart bei einander sah. Und über all dem wilden Werkzeug stand geschrieben:

Belobungszeugniß

Uiber Antrag der k. k. Bezirkshauptmannschaft Hirschenbrunn wird dem Landschergen Anton Zinkinker für die mit unermüdlichem Eifer und besonderer Ausdauer bewirkte Zustandebringung des flüchtigen Dieben Franz Netachlo hiermit die belobende Anerkennung ausgesprochen.

Die Unterschrift war nicht zu lesen, aber so dick und so groß durfte sich gewiß nur der Kaiser unterschreiben. Der Spucht knickte zusammen, und seine Schuld erschien ihm bodenlos.

Der Landscherge trat herein. Er hatte denselben Bart wie der Kaiser am Bild. Den Säbel riß er von der Wand, gürtete ihn um und fuhr den Spucht grob und kurz an: »Was wollen Sie?«

»Die Waffen liefer ich aus,« stotterte der und legte seine Pistole auf den Tisch. »Und ich bitt, führen Sie mich vors Kriegsgericht. Sonst erdruckt mich das Gewissen.«

Der Anton Zinkinker rollte ihn an: »Was haben Sie verbrochen?«