Mit einem Blick wie ein Stichmesser tappte der Gid über den Tisch, und der alte Müller hielt den Dullhäubel schon an der Gurgel.
Im rechten Augenblick noch fuhr der Meßner Grazian darein, die schneidende Stimme erhob er: »Lasset uns ein andächtiges Vaterunser beten für die verstorbene Freundschaft des Bräutigams und der Braut!«
Da verstummte die Zwietracht, und alle Stimmen vermischten sich in einem eintönigen Gebet für die verschollenen Seelen der Vorfahren.
Hernach spielten die Musikanten hellauf, daß in allen das Waldblut zu zucken und zu springen anhub, und der Hochzeitslader schrie: »Das Brautpaar soll vivat leben!«
Der Dullhäubel trat vor die Igelbäurin hin und begehrte als Brautführer von ihr als sein Recht den ersten Tanz mit der Braut.
Die Brautmutter richtete sich hoch auf. »Erst bring mir eine Kerze, die Tag und Nacht brennt!«
Jauchzend schwang sich der Dullhäubel zum Fenster in den Garten hinaus, rannte um den Zaun herum und kam mit einer Brennessel wieder, und die steckte er der Iglin in das Bierglas.
»Brenn dich nit an der Kerze, Brautmutter. Und jetzt laß mich mit ihr landlerisch tanzen!«
»Brautweiser, erst bring mir sechs Lichter, ein jedes muß anders brennen.«