Der junge Müller stocherte wütend ins Kraut hinein.

Der Dullhäubel grinste. »Selbigesmal, wie die Müllnerin, die die steinernen Knödel hat kochen können, geheiratet hat, da ist es weit gemütlicher gewesen als heut. Damals haben sie so kräftig getanzt, daß der Fußboden durchgebrochen ist, und allsamt sind sie in den Stall hinuntergepurzelt. Die Braut ist zwiespältig auf den Stier zu sitzen kommen.«

Der Gid schlug auf den Tisch, daß die Ehstandsbrühe aushüpfte. »Du lügst mehr, als ein roter Hund rennen kann, Kasper.«

Der alte Müller beugte sich zum Dullhäubel hin. »Du plauderst allerhand Dummes über unsere Mühl, du Springinges mit deinem gelben Schnabel, und ist doch die Mußmühl weitaus die fürnehmste Mühl gewesen. Die Fuxloher Bauern haben bei uns mahlen müssen. Das Recht hab ich noch schriftlich daheim, du kannst es lesen. Die alten Fürsten haben ihren Namen drunter gesetzt. Heut haltet sich keiner mehr darnach, es ist eine untreue Zeit. Jeder fahrt mit seinem Malter, wohin er will. Der Mühlzwang hätt nit abgeschafft werden sollen. Das ist nit recht.«

Der Gid ward rot wie ein Feuer. »Die alte Pflicht muß wieder aufkommen,« sagte er heiser. »Ich leid es nit anders. Allsamt wie ihr da sitzt, Fuxloher, müßt ihr das Korn bei mir aufschütten. Ich setz es durch.«

»Meinem Vater haben sie das Recht abgezwungen,« rief der Alte, »ins fürstliche Schloß haben sie ihn geladen und haben ihn dort so lange gehaut, bis er zu allem Ja und Amen gesagt hat. Jetzt gehen viele Gaukelmühlen an unserem Bach, hat aber kein Müller ein rechtes Geschäft und keiner recht zu fressen.«

»Das riegelt mir die Galle,« schrie der Gid.

»Am Papier haben wir es schwarz auf weiß, der Fürst hat es bestätigt. Und was geschrieben ist, bleibt geschrieben. Ganz Fuxloh muß in die Mußmühl!«

»Ich nit,« trotzte der Dullhäubel.