Doch als der Orgler das Brautamt begann, hub ein derart wüster Mißklang an, daß die Leute erschraken, der Schulmeister mußte einhalten, er sprang wie besessen von der Orgelbank und fluchte, der Balgentreter horchte in die Windkammer hinein, ob nicht der Leibhafte drin knotze, und endlich kamen die Musikanten dahinter, daß ein verwogener Schelm in der Nacht vorher die Orgelpfeifen unter einander vertauscht hatte.


Das Hochzeitsmahl war im »pfalzenden Hahn« gerüstet.

Die Ogath saß schweigsam und blaß zwischen dem Gid und der Igelbäurin, die als erfahrene Brautmutter sorgte, daß die alten Bräuche geübt wurden.

Auf den Tellern dampfte Rindssuppe und Kuttelfleck und Bäuschel; mit Zuckersachen besteckter Reis ward aufgetragen und Kaffee in ansehnlichen, bunten Töpfen und dazu Gugelhupf und leckerer Kuchen. Die Gäste packten sich Schweinsbraten und fette Würste in Bündel zum Heimtragen ein. Als die Ehstandsbrühe, drinnen Rindfleisch schwamm, auf den langen Tisch gesetzt wurde, sagte die Brautmutter mit bedächtiger Würde zu den Brautleuten: »Nit süß und nit sauer, gerade recht, so wie der Ehstand ist.«

Der Dullhäubel spießte einen Knödel auf, biß hinein und sprach kauend über den Tisch hinüber zur Ogath: »Ob du schon weißt, warum bei eurer Mühl keine Scheuer ist?«

Sie merkte, wie sich ihres Mannes Stirn verfinsterte, und wich der Frage aus: »Ich weiß nix und will nix wissen.«

Der Dullhäubel aber kröpfte den Knödel hinunter und erzählte: »Da ist in der Mühl einmal der Korbflicker auf der Stör, und die Müllnerin stellt ihm eine Eierbrüh hin mit Knödeln. Der Mann will mit dem Löffel einen Knödel auseinander zwingen, aber es geht nit. Jetzt setzt er gewaltig an. Der Knödel weicht ab, haut das Fenster durch, doppelt durch, springt draußen an einen Stein, daß das Licht davon fliegt, schlagt an die Scheuer, die Scheuer fallt um. Da hat der Korbflicker drein geschaut!«

Der Gid reckte sich und zückte die Gabel. »Kasper, du willst mich heut an meinem Ehrentag spotten?!«

Die Ogath zog ihn auf die Bank zurück. »Du sollst doch einen Spaß verstehen, Gid!«