In ihren knisternden Schuhen trat die Braut stolz daher, ihr lichtgrauer Seidenrock hatte tausend Falten und stand über die vielen Unterkittel also breit gesträubt, daß sie kaum zur Kirchtür hinein konnte. Im Haar saß ihr ein künstlicher Myrtenkranz, der vorn über der stattlichen, ernsten Stirn wie eine Krone geflochten war und, sich über dem Scheitel teilend, weit über den Nacken herabhing.
Mitten durch die in langhalsiger Neugier erstarrten Blaustaudner führte der Dullhäubel die Braut zum Altar, und er konnte es sich nicht versagen und wisperte ihr zu: »He, tragst du den Kranz mit Recht?«
Sie sah ihm groß in die fuchsschiefen Augen und antwortete: »O du hundsschlechter Kerl!«
»Du hast mich also nit vergessen, Ogath. Schau, das freut mich.«
»Verschwunden bist du wie der Teufel, wenn man ihn mit Weihwasser abspritzt,« murmelte sie zornig und kehrte sich ab.
Er zog sein Rubinglas aus dem Sack und tröstete sich mit brasilianischem Tabak.
»Pfui Teufel,« sagte sie laut, »jetzt hab ich einen schnupfenden Brautführer!«
Er schaute scheinheilig zur Orgel hinauf. »Ich freue mich schon auf die schöne Musik,« flüsterte er. »Du wirst schauen, Ogath, wie zärtlich unser Schulmeister orgelt. Das Wasser wird dir in die Augen schießen.«
Der Pfarrer Nonatus Hurneyßl schritt zum Altar und gab die Brautleute zusammen. Es war ein Paar, wie es die Blaustaudner Kirche noch nie überwölbt hatte, der starke, finsterschauende Mann Gid und die große, schöne und stille Ogath.