Badet wirklich einer drunten mit schilfgrünem Schopf und spitzem Gebiß und langen Krallen? Zählt er die Seelen der Ertrunkenen, die er unter gläsernen Töpfen drunten gefangen hält?

Den Gid übermannte es, mit dem Unhold, der ihm die Werkstatt unheimlich machte, auf Leben und Sterben zu raufen. Wild riß er die Tür zur Radstube auf. In der schäumenden Traufe des Mühlrades, in wirbelnden, stoßenden Wassern, im Dämmer sah er es schneeweiß leuchten, er hörte einen weichen, entsetzten Schrei und stürzte sich hinab ins Wasser und hielt den wunderkühlen, starken Leib seiner Magd Ogath in den Armen.


Ehe der Mond sich wieder füllte, hielten die zwei Hochzeit.

Die ganze Freundschaft von Fuxloh und Grillenöd und jenhalb des Gebirges rückte an, die Männer mit Myrtensträußen in den schwarzen Röcklein, die Bäurinnen schwarzseiden vom Kopftuch bis zum Kittel, die Jungfern schillernd in braunen und rötlichen Kleidern.

Der Hochzeitslader jauchzte und wünschte dem Bräutigam einen Stall voller Ochsen und viel Körner im Kasten und einen Beutel voller Geld, der schickt sich in die Welt. Der Braut herentgegen wünschte er den Stall voller Kühe, davon eine mehr Milch gibt als dem Nachbarn seine neun Stiere, und wünschte ihr in sechs Jahren sieben Kinder und zuletzt einen rotschädligen Buben.

Da wies der Gid in die Weite: »Dort kommt endlich der Brautführer daher, und der ist mein bester Freund, der Kasper Dullhäubel.«

Die Ogath war nicht wenig verdutzt, als sie den falschen Burschen daher schlendern sah, der in der Nacht um sie gefreit. Er hatte sich zwar den roten Schnurrbart weggeschabt, doch sie erkannte ihn an dem großen, runden Kopf und den winzigen Zwinkeraugen gleich wieder. Sie tat aber, als wäre er ihr fremd.

Der Dullhäubel hatte sich mit Maschen und Sträußlein fein herausgeputzt, sein Brustfleck war mit doppelt aufgereihten Silberzwanzigern verknöpfelt, und an der geschmiedeten Silberkette klingelte ein silbernes Rössel und ein halbes Dutzend Frauentaler. Und als die Brautschar gen Blaustauden ging und die Bauern jauchzend die runden Hütlein schwangen, da warf der Dullhäubel seinen Hut am höchsten und er schnackelte mit den Fingern und schnalzte mit der Zunge, und keiner tat es ihm gleich.

Über den Wald herauf winkte der Turm mit dem Schindeldach, der Wildtauber ruchzte im Tann, gelbe Schnäbel schwätzten, das Laub spielte, Blumen liebäugelten auf der Wiese.