Der im Buckelkorb schien sich zu rühren und ward immer schwerer und schwerer; der Dullhäubel meinte, Himmel und Erde müsse er tragen. Vielleicht war das Schnitzbild überhaupt kein Heiliger, vielleicht funkelte es hinter seinem Genick im Korb und war ein Bild des Gottseibeiuns selber, das sich ein Zauberer und Götzenknecht geschnitzt hatte in böser Absicht, und vielleicht springt der heidnische Kerl gar aus dem Korb und schleudert den Bauer selber hinein und schleppt ihn – Gott verhüt es! – zum höllischen Backofen.

Dem Dullhäubel schnürte sich die Gurgel zu, sein Atem klemmte sich. Vor Angst betete er laut und untertänig, und er stellte seinen blauen Feind unter Bittreimen und Stoßseufzern wieder in die Nische.

Nach diesem Nachtgang lebte er gottesfürchtig und eingezogen, und das um so lieber, als ihm die Fuxloher auflauerten, deren Heiligen er mißbraucht hatte. Auch nahm er sich fest vor, jeden Gottestag die Predigt zu hören und seinen Groschen zu opfern zur Ehre der Kirche und zum eigenen irdischen und himmlischen Vorteil.

Doch der Teufel wacht und zieht dem bußfertigen Sünder gern eine Sperrkette über den Weg. Also geschah es auch dem Dullhäubel, als er sich wieder einmal dem Herrgott von Blaustauden zeigen und in aller Bescheidenheit ganz hinten am Kirchtor hatte lehnen wollen.

Er stieg in die hirschledernen Hosen hinein, legte den Sonntagsrock an und steckte das rubinene Glas zu sich. Im Hof trat er noch einmal zum Saustall, den er sich ganz klein hatte zimmern lassen und redete durch das Futtertürlein dem Vieh gütlich zu: »Friß nur, Sau, daß du einen Leib aufnimmst! Oder hast du keine Ehr in dir?«

Wie er jetzt so treuherzig und in der besten Absicht bergab trabte und der Wind über die Zäune strich und die Wiesen rauchten, sprang ihm ein hitziger Mensch in den Weg, packte wie ein Straßenräuber ihn beim Brustfleck und schrie: »Gerad will ich dich heimsuchen. Ich hab gehört, du verkaufst eine Sau.«

»Meine Sau ist speckfeist. Ob ich sie dir geb, ist nit gewiß.« Und der Dullhäubel vergaß schnöd des Herrgotts und kehrte mit dem Fleischhacker schnurstracks um.

Die Sau wog gering. Weil sie aber kläglich in den winzigen Stall gestellt war, so füllte sie ihn aus und erschien gar mächtig.

»Um wieviel ist sie dir feil, Bauer?«

»Um dreißig Gulden, Fleischhacker.«