»Was tust du mir an?« stöhnte der Luitel. »So manches Jahr sind wir treue Freunde gewesen. Und jetzt willst du mir das Blut aussaugen? Dullhäubel, laß nach! Dullhäubel!! Dullhäubel!!!«
»Dreißig Gulden.«
»Hinwerden soll ich in fünf Minuten, wenn du von mir einen Kreuzer mehr kriegst als zwanzig Gulden,« schwor der Fleischhacker.
Der Dullhäubel zog die Sackuhr. »In fünf Minuten? O Freund, da mußt du dich hübsch fleißen!«
»Du spottest noch? Kasper, denk an deine letzte Stund! So ein elendes Krepierlein! Die Knochen stehen ihm hinten und vorn heraus. Dem Schinder hast du die Sau gestohlen. Gib sie her um fünfundzwanzig Gulden!«
»Dreißig.«
»Lauter rothaarige Menscher soll dein Weib einmal kriegen!« fluchte der Luitel. »Die Sau soll dir die Nase abfressen, daß du nimmer schnupfen kannst!«
Der Dullhäubel ward blaß, tastete nach der Nase und trat einen Schritt zurück. Die Verwünschung griff ihn an, und schier hätte er nachlassen. Aber er erfing sich wieder und sagte sanft: »Dreißig Gulden.«
Der Luitel heulte auf. »Er treibt mich in die Verzweiflung Hast du ein Herz im Leib, Kasper? Bist du ein Christ? Gib her die Sau um achtundzwanzig Gulden! Reck her die Hand! Schlag ein!«
Er versuchte immer wieder in die Hand des Bauern einzuschlagen, die wie tot hing. Er winselte, beschwor, fluchte, verwünschte.