»Was? Mir neue Steuern?« brauste der Gori. »Jetzt, wo wir Müllner so schwer geschädigt sind von den neuen Zeiten? Alle Gerechtigkeit haben sie uns genommen. Früher haben wir im Bach fischen dürfen, so weit unsereiner den Hammer hat werfen können. Heut nimmer. Früher ist meine Mühl eine Zwangmühl gewesen; heut schafft ein jeder sein Korn nach Trippstrill und Schlampampen.«

»Dullhäubel, drei Buben!« rief die Wirtin in die Stube.

»Sakerment, wie viel?« Der Bauer hielt wie schwerhörig die Hand ans Ohr.

»Drei Buben. Bis jetzt.«

Der Dullhäubel faltete die Hände. »O Herr, halt ein mit deinem Segen!«

Die Tür knarrte, und auf der Schwelle stand die Hebamme mit einem mächtigen Wickelpolster, drin zwei Büblein kläglich winselten. Eine Magd trug das dritte Kind.

»Drei Buben, Bauer!« meldete die Hebamme. »Eine harte Geburt! Gerad vor der Kapelle.«

Der Isidor Dullhäubel ergrimmte. »Hat er ihr also nit geholfen, der Blaumantel? Da steht er schon so lang auf meinem Grund, und jetzt, wo meine Buben anrücken, jetzt rührt und ruckt er sich nit. Jetzt reicht er keine Hand.«

»Er ist halt ein Heiliger und keine Hebmutter,« beschwichtigte ihn der Müller.