»Tu her ein Schnöpflein, Isidor, daß wir einen andern Sinn kriegen!«
Der Bauer zog von dem blauen, geschliffenen Tabakglas den Stöpsel weg, den er aus Weiberhaaren geflochten hatte, und die zwei kräftigten sich an dem scharfen Brasil.
Der Wirt stolperte in die Stube. »Dullhäubel, dein Weib hat sich ein ungeschicktes Wochenbett ausgesucht. Gerad vor der Kapelle hat die Wehstund sie angepackt.«
Der Bauer pfiff halblaut vor sich hin; die Hand, die sich mit einem Schnöpflein heben wollte, sank ihm.
»Sie ist über den Erhängten zu stark erschrocken,« redete die Wirtin zum Fenster herein.
Der Müller riet: »Nachbar, drück die Knie zusamm, daß sie leichter niederkommt!«
»Bei der Kapelle?« besann sich der Bauer. »Das ist kein ungeschickter Ort, Wirt. Da springt der heilige Blaumantel heraus und steht ihr bei.«
»Wir Weiber helfen uns schon selber,« schwätzte die Wirtin. »Ich für mein Teil komm um einen weißen Laib Brot nieder, ich geh dreimal in der Stube hin und her und beutel das Kind ab.«
Der Isidor blähte sich auf. »Studieren muß er, der Bub. Ein hoher Herr soll er werden; Steuern soll er einmal ausschreiben, den Müllnern und den Wirtsleuten!« lächelte er mit pfiffigem Querblick.