Die Linie N–S fällt mit der Linie 0°–180° der Gradteilung zusammen, die zweckmäßig links herum beziffert ist. Um die Abweichung (Neigung) einer Linie AB gegen magnetisch Nord in Graden zu erhalten, dreht man in A die Bussole so, daß 0° nach B zeigt ([Fig. 37]). An dem Nordende der Nadel liest man dann sofort die Neigung 89° ab. Angenommen, man hätte auf der nicht orientiert gehaltenen Karte den Winkel, den AB mit der astronomischen Nordlinie bildet, zu 79° mit einem Transporteur ([Fig. 38]) gefunden, dann hätte man in A im Gelände die Bussole so weit zu drehen, bis man an der Nadel 89° (79° + 10° Deklination) abliest. Die Dioptervisur gibt die Marschrichtung nach B an.

Fig. 38.

Zweckmäßig ist es, den Kompaß oder die Bussole auf einen Stab (ein Stativ) zu setzen oder aufzulegen. Die Nähe von Eisenteilen ist zu vermeiden.

§ 18. Messen von Entfernungen. Beim Krokieren werden die Entfernungen vorzugsweise abgeschritten (Doppelschritte) und dann in Meter umgerechnet. Es ist deshalb zweckmäßig, daß der Aufnehmende seine Schrittlänge mit einer bestimmten Länge in Metern vergleicht (Kilometersteine an Chausseen usw.). Nach Jordan kann man die Schrittlänge eines 20jährigen Menschen von 1,75 m Größe zu 81 cm im Mittel für ebenes Gelände annehmen. Sie hängt ab von dem Alter des Menschen, dem Gefälle des Weges, der Marschdauer usw. Nach Jordan beträgt der Schrittwert

bei einer Steigung (aufwärts)

von= 77cm,
" 10°= 62 "
" 20°= 50 "
" 30°= 38 "

bei einem Gefälle (abwärts)

von= 77cm,
" 10°= 72 "
" 20°= 67 "
" 30°= 50 "

Auch Schrittzähler (Firma Reiß, Liebenwerda) können beim Krokieren verwendet werden. Will man für die Messung von Entfernungen ein Bandmaß aus Stahl oder Leinen nicht benutzen, dann fertige man sich eine Meßschnur von bestimmter Länge an.