Oft wird es nötig sein, eine Länge, z. B. die Breite eines Flusses, indirekt zu bestimmen. Dies kann in folgender Weise geschehen: durch Vorwärtsabschnitt. Am Ufer werden zwei Standpunkte A und B gewählt, deren Entfernung abgeschritten wird. Im beliebigen Maßstab wird diese Standlinie auf dem Krokierbogen als a–b aufgetragen. In A wird der Krokiertisch oder die Krokiermappe so orientiert, daß a senkrecht über A und a–b in der Ebene A–B liegen. An einer Linealkante wird nun eine Bleilinie durch a nach einem Punkt C am anderen Ufer gezogen und ebenso beim Stand über B eine Linie durch b nach C. Der Schnitt der beiden Bleilinien ergibt c, und a–c ist dann die Breite des Flusses im Maßstab der Zeichnung. A–C soll möglichst rechtwinklig zur Stromrichtung liegen. Ein anderes Verfahren ist folgendes ([Fig. 39]): Eine Linie A–B wird an dem einen Ufer rechtwinklig zur Flußrichtung abgesteckt, ebenso a–b rechtwinklig zu A–B, und zwar so, daß die Verlängerung von a–b auf einen Punkt C am anderen Ufer trifft. m, n und r sind gemessen. Dann verhält sich:
x : x + r = n : m,
oder
x : r = n : m – n,
x = r ∙ n/m – n.
Daraus ist x zu berechnen.
Fig. 39.
Eine andere Anordnung der ähnlichen Dreiecke ist folgende ([Fig. 40]): A und B sind zwei Punkte an dem einen Ufer, C ist ein Punkt am anderen Ufer. b und c sind so gewählt, daß B–b parallel C–c wird. Dann ist
x = r ∙ n/m.
A–c ist rechtwinklig zu A–C. B–b und C–c sind parallel, wenn ihre rechtwinkligen Abstände gleich sind.