Fig. 44.
Für das Krokieren der einzelnen Knickpunkte von Wegen oder Flußläufen ist die Koordinatenmethode anzuwenden. Denn von dem Standpunkte aus jeden dieser Punkte anzupeilen, dürfte Zeitvergeudung sein. Man kommt schneller zum Ziel, wenn man zwei Haupteckpunkte vom Standpunkte aus festlegt, diese verbindet und von der Verbindungslinie als Basis (Abszisse) die einzelnen Punkte außerhalb durch die seitlichen rechtwinkligen Abstände (Ordinaten) festlegt ([Fig. 43]). Dabei ist die Schreibweise der Zahlen zu beachten. Die rechten Winkel kann man nach Augenmaß oder genauer mit einem Winkelspiegel ([Fig. 44]) bestimmen, dessen Spiegelebenen sich unter einem Winkel von 45° schneiden. Die Abszisse wird beim Gebrauch des Spiegels durch Stäbe bezeichnet. Der Punkt der Abszisse, in dem diese Stäbe im Spiegel betrachtet sich mit dem Punkt P außerhalb decken, ist der Fußpunkt des rechten Winkels nach P. Als Abszisse oder Basis kann natürlich auch die Verbindungslinie zweier Standpunkte gelten, was namentlich dann in Betracht kommen wird, wenn sie auf einem Wege liegen und es darauf ankommt, die einzelnen Eckpunkte desselben oder eine Brücke, einen Durchlaß, seitlich abgehende Kulturgrenzen usw. aufzunehmen.
Fig. 45.
Handelt es sich darum, einen Wald, See oder überhaupt im Innern schwer zugängliches Gelände zu krokieren, dann wendet man die Umfangs- oder Polygonmethode an ([Fig. 45]). Dieselbe besteht darin, daß um das aufzunehmende Gebiet ein Vieleck gelegt wird, das in sich geschlossen ist. Die Eckpunkte (Polygonpunkte) sind die Standpunkte. Sie werden schon vorher bestimmt und so gelegt, daß ihre Verbindung in gangbares Gelände fällt. Die Winkel werden auf dem Kroki nachgezeichnet ([§ 19]), die Entfernungen abgeschritten. Diese bilden die Seiten des Polygons, und von ihnen aus können die einzelnen Grenzpunkte eines Waldes oder die Uferpunkte eines Sees nach der Koordinatenmethode aufgemessen werden. Sind im Inneren des Waldes Schlaggrenzen usw. zu krokieren, dann kann dies von Verbindungslinien zweier Standpunkte oder von Einbindelinien, z. B. a–b, geschehen, welche zwei Punkte auf den Polygonseiten verbinden ([Fig. 45]).
Ist in einem See eine Insel aufzunehmen, dann werden Punkte auf derselben am besten durch Vorwärtsabschneiden bestimmt, weil die Entfernungen ja nicht meßbar sind. Die Einschneidemethode gilt auch, wenn z. B. eine feindliche Batterie nach dem Mündungsfeuer auf der Karte festgelegt werden soll.
Die einzelnen Arbeiten beim Krokieren sind also, um noch einmal zusammenzufassen:
1. Erkundung des Geländes, Orientieren des Krokis.
2. Annahme des ersten Standpunktes oder der ersten Standlinie nach der Größe des Geländeabschnitts und nach dem Maßstab.
3. Aufnahme der einzelnen Punkte nach Lage und, wenn nötig, nach Höhe vom ersten Standpunkt aus nach der Polar- oder Einschneidemethode unter steter Prüfung der Orientierung.