4. Bestimmen des zweiten Standpunktes durch Antragen des Winkels nach demselben in bezug auf eine Anfangslinie oder nach der Himmelsrichtung. Abmessen der Entfernung.

5. Auf dem zweiten Standpunkt sind die Arbeiten dieselben wie auf dem ersten Standpunkt. Weitere Standpunkte können jetzt durch Vorwärts- oder Seitwärtsabschneiden u. auch durch Rückwärtseinschneiden festgelegt werden.

6. Aufnahme von Wegen, Flußläufen usw. nach der Koordinaten-, von Wäldern, Seen usw. nach der Umfangsmethode.

7. Nochmaliger Vergleich des Krokis mit der Natur, Vervollständigung der Situation und der Geländedarstellung. Wenn möglich Einzeichnen von Horizontalkurven und von Bergstrichen nach Augenmaß ([Fig. 46]).

Fig. 46.
Nach Hoderlein, »Anleitung zum Krokieren«.

§ 22. Anfertigung von Krokis bei vorhandenen Karten. Hier kann es sich darum handeln, vorhandene Karten abzuzeichnen oder zu vergrößern, um dann in diese Nachzeichnung Veränderungen auf Grund örtlicher Aufnahme einzutragen. Soll der Maßstab des Krokis derselbe sein wie der der Karte, dann fertigt man eine Pause auf Pauspapier an und drückt alle Linien usw. von dieser auf das Krokierpapier durch. Man kann auch die Rückseite der Pause mit weichem Blei schwärzen und dann diese Zeichnung durchdrücken. Ist die Karte zunächst zu vergrößern oder zu verkleinern, dann verfahre man nach [§ 9].

In dieses abgezeichnete Kroki werden nun die Veränderungen im Felde eingetragen. Die Zeichnung wird zunächst mit der Natur verglichen, auch werden einige Probemessungen zwischen festen Punkten (Wegkreuzungen) ausgeführt, um die Genauigkeit der Originalkarte zu prüfen. Für die Einmessung von Veränderungen kommen die in [§ 21] angegebenen Methoden in Betracht.

Als Standpunkte werden bereits in dem Kroki und in der Natur vorhandene Punkte benutzt. Oft wird es genügen, zwei derselben zu verbinden und von der Verbindungslinie als Basis die Veränderungen nach der Koordinatenmethode aufzunehmen. Oft auch werden einzelne Punkte, z. B. Geschützstellungen, eingemessen werden können, indem man sie von zwei Wegkreuzungen oder Eckpunkten durch Vorwärtsabschneiden festlegt. Strenge Orientierung des Krokis ist auch hier immer geboten.

Meistens wird man es vorziehen, alle diese Ergänzungsmessungen auf einem besonderen Feldbuch aufzuzeichnen, also gewissermaßen Teilkrokis anzufertigen, um erst später im Zimmer diese Aufzeichnungen in das Hauptkroki zu übertragen. Dann aber ist es wichtig, bei diesen besonderen Skizzen mit Anschlußzeichnungen nicht zu sparen, die es jedem ermöglichen, sich in das Gesamtbild hineinzudenken. Bei den Einmessungen kann nur an Punkte oder Linien angeschlossen werden, die schon auf dem alten Plan vorhanden sind.