„Aber das Zeichen an Deiner Hand.“
Georg zog seinen Handschuh aus und zeigte eine frisch geheilte Wunde an seiner Hand.
„Das ist ein Liebeszeichen, was Mr. Harris mir zum Abschiede gegeben hat,“ sagte Georg spöttisch. „Vor ungefähr vierzehn Tagen kam es ihm in den Kopf, mir dies zu geben, weil er, wie er sagte, glaubte, daß ich dieser Tage davon laufen werde. Sieht es nicht interessant aus?“ fügte er hinzu, indem er seinen Handschuh wieder anzog.
„Ich versichere Dich, Georg, mein Blut wird kalt wie Eis, wenn ich daran denke, – an Deine Lage und Deine Gefahren!“ sagte Mr. Wilson.
„Das meinige ist manches lange Jahr kalt gewesen; – jetzt ist es ungefähr im Siedepunkte,“ entgegnete Georg.
„Und nun, mein guter Herr,“ fuhr Georg nach einer Pause von wenigen Minuten fort, „ich bemerkte, daß Sie mich erkannten; und so dachte ich, es wäre am besten, wenn ich eine Unterredung hier mit Ihnen hätte, damit mich Ihre verwunderten Blicke nicht verrathen möchten. Ich reise morgen früh, vor Tagesanbruch, wieder ab, und gedenke morgen Abend in Ohio in Sicherheit zu schlafen. Ich werde bei Tage reisen, in den besten Gasthöfen logiren, und mit den Herren des Landes an einer Tafel speisen. Also leben Sie wohl, lieber Herr; und wenn Sie hören sollten, daß ich gefangen worden bin, so können Sie als gewiß annehmen, daß ich todt bin!“
Georg stand wie ein Fels, und streckte seine Hand mit der Miene eines Fürsten aus. Der gutmüthige, kleine alte Mann drückte sie herzlich, und nahm sodann vorsichtig seinen Regenschirm und suchte tappend seinen Weg zum Zimmer hinaus.
Georg schaute ihm gedankenvoll nach, als der alte Mann die Thüre schloß. Ein Gedanke schien plötzlich in ihm aufzusteigen; er eilte zur Thüre, öffnete sie und sagte:
„Mr. Wilson, noch auf ein Wort!“
Der alte Herr kehrte in's Zimmer zurück, und Georg schloß, wie zuvor, die Thür ab, und stand dann einige Augenblicke lang still, unschlüssig auf den Boden schauend. Endlich seinen Kopf mit plötzlicher Anstrengung erhebend, sagte er: