„Dies ist der Weg, den ich vorschlagen würde, um die Sache in Ordnung zu bringen,“ sagte Mr. Shelby.
„Kann auf diese Weise keinen Handel machen, – kann wahrhaftig nicht, Mr. Shelby,“ sagte der Andere, ein Glas Wein zwischen seinem Auge und dem Lichte haltend.
„Ja, aber ich versichere Euch, Haley, der Tom ist ein ganz ungewöhnlicher Kerl; er ist ganz ohne Zweifel die Summe überall werth, – beständig, ehrlich, tüchtig, und verwaltet eine ganze Wirthschaft wie nach der Uhr.“
„Ihr meint, so ehrlich, wie's bei Negern möglich ist,“ sagte Haley, sich selbst ein Glas Brandwein einschenkend.
„Nein, ich meine in vollem Ernste, Tom ist ein guter, stätiger, vernünftiger, frommer Kerl. Er hat seine Religion in einer Brüderversammlung, vor vier Jahren empfangen; und ich glaube, er besitzt wirklich Religion. Ich habe ihm seitdem Alles anvertraut, was ich besitze, – Geld, Haus und Pferde, – habe ihn durch das Land gehen lassen und ihn dennoch stets treu und redlich gefunden.“
„Manche Leute glauben nicht an fromme Neger, Shelby,“ sagte Haley mit einer ungenirten Handbewegung, „aber ich glaube dran. Ich hatte 'mal einen Kerl, – er war mit unter dem letzten Trupp, den ich dieses Jahr nach Orleans brachte, – 's war so gut wie eine Betstunde, wenn man den Kerl beten hörte, und dabei war er ganz sanft und gefügig. Brachte mir auch eine gute Summe ein, denn ich hatte ihn von Einem gekauft, der verkaufen mußte; so gewann ich netto sechs hundert an ihm. Ja, kein Zweifel, Religion ist eine ganz vortreffliche Sache in einem Neger, wenn's ächte Waare ist, kein Zweifel.“
„Nun, bei Tom ist es ächte Waare,“ entgegnete der Andere. „Seht, letzten Herbst ließ ich ihn allein nach Cincinnati gehen, um für mich Geschäfte abzumachen und ungefähr fünfhundert Dollar zu holen. ‚Tom,‘ sagte ich zu ihm, ‚ich vertrau Dir, weil ich weiß, daß Du ein Christ bist, – daß Du nicht betrügen willst.‘ Tom kömmt zurück, pünktlich, ich wußte es wohl. Einige schlechte Kerle sollen zu ihm gesagt haben: ‚Tom, warum nahmst Du nicht den Weg nach Canada?‘ ‚Ah,‘ hat er geantwortet, ‚Master hat mir getraut, und ich konnte nicht.‘ So ist mir erzählt worden. Ich muß sagen, es thut mir leid, mich von ihm zu trennen. Ihr solltet ihn für den ganzen Rest der Schuld annehmen; und Ihr würdet es thun, Haley, wenn Ihr ein Gewissen hättet.“
„Je nun, ich habe gerade so viel Gewissen, wie ein Mann in Geschäften brauchen kann, – grade so etwas, um drauf zu schwören, so zu sagen,“ entgegnete der Händler scherzhaft, „und dann bin ich auch immer gern bereit, guten Freunden gefällig zu sein; aber dieses Jahr, seht, dieses Jahr ist ein wenig zu schwer für einen Mann, – zu schwer.“ Bei diesen Worten seufzte der Händler gedankenvoll und schüttete von Neuem etwas Brandwein hinunter.
„Nun so sagt, Haley, wie soll der Handel werden?“ sagte Mr. Shelby nach einer peinlichen Pause.
„Wohl, ist denn da kein Junge oder Mädchen, das mit Tom in den Handel geworfen werden kann?“