„Hm! – ich wüßte keinen, den ich entbehren könnte, und, um die Wahrheit zu sagen, es ist nur eine bittere Nothwendigkeit, was mich überhaupt dazu bestimmt, zu verkaufen. Ich trenne mich höchst ungern von irgend einem meiner Leute, ganz gewiß.“

Hier öffnete sich die Thür, und ein kleiner Mulattenknabe von vier bis fünf Jahren kam in das Zimmer. Es lag etwas außerordentlich Liebliches und Einnehmendes in seiner Erscheinung. Sein schwarzes, seidenfeines Haar hing in vollen Locken um sein volles Gesicht, während ein Paar großer, dunkler Augen unter schweren, langen Wimpern hervorschauten, als er neugierig in das Zimmer blickte. Ein buntes Röckchen von gelber und scharlachrother Farbe, welches sehr sorgfältig gearbeitet und besonders passend für ihn war, hob seine üppige, dunkle Schönheit noch mehr, und eine gewisse komische Zuversicht mit einer eigenthümlichen Mischung von Schüchternheit in seinem Wesen verrieth, daß er von seinem Herrn nicht unbeachtet und ungehätschelt geblieben war.

„Sieh da, Jim Crow!“ rief Mr. Shelby pfeifend und ihm eine Weintraube zuwerfend, „greif zu!“

Das Kind sprang mit allen Kräften nach der Beute, während sein Herr lachte.

„Komm hierher, Jim Crow,“ sagte Mr. Shelby, und klopfte, als das Kind zu ihm getreten war, freundlich seinen lockigen Kopf und sein Kinn. „Nun, Jim Crow, zeige diesem Herrn, wie Du tanzen und singen kannst.“

Der Knabe begann augenblicklich mit seiner hellen, klaren Stimme einen jener wilden Gesänge, die unter den Negern üblich sind, und begleitete ihn mit mannigfachen Bewegungen seiner Hände, Füße und seines ganzen Körpers, welche in genauem Einklange mit dem Takte der Musik waren.

„Bravo!“ sagte Haley, ihm eine halbe Orange zuwerfend.

„Nun, Jim, laß uns sehen, wie Onkel Cudjoe geht, wenn er die Gicht hat,“ sagte sein Herr.

Sofort nahmen die biegsamen Glieder des Knaben eine mißgestaltete verzerrte Form an, während er, mit hinaufgezogenen Schultern, den Stock seines Herrn in der Hand, durch das Zimmer hinkend, sein kindliches Gesicht in eine schmerzhafte Miene verzog, und, nach rechts und links speiend, die Gewohnheit eines alten Mannes nachäffte.

Beide Anwesende brachen in ein schallendes Gelächter aus.