„Wenn ich die kleinen Teufel nur hätte!“ murmelte Haley zwischen den Zähnen.

„Aber Ihr habt sie nicht!“ rief Andy mit triumphirendem Lachen hinter dem Rücken des unglücklichen Händlers her, als dieser entfernt genug war, um nicht mehr gehört zu werden, und schnitt ihm die abscheulichsten Gesichter nach.

„Nun wahrhaftig, Shelby, dies ist ein ganz sonderbarer Handel!“ sagte Haley, während er ohne Umstände in dessen Wohnzimmer trat. „Es scheint, die Dirne ist fort mit ihrem Jungen!“

„Mr. Haley, Mistreß Shelby ist gegenwärtig,“ sagte Shelby.

„Ah, ich bitte um Verzeihung, Madame,“ sagte Haley, sich ein wenig verneigend, doch immer noch mit finsterer Stirn; „aber ich muß es noch 'mal sagen, dies ist 'ne sehr sonderbare Nachricht. Ist es wahr, Herr?“

„Mr. Haley,“ sagte Shelby, „wenn Sie mit mir zu sprechen wünschen, so müssen Sie in Ihrem Betragen das Decorum eines Gentleman beobachten. Andy, nimm dem Herrn den Hut und die Reitpeitsche ab. Setzen Sie sich. Ja, mein Herr, ich bedaure Ihnen sagen zu müssen, daß das junge Frauenzimmer, nachdem es entweder unsere Unterhaltung behorcht oder deren Inhalt auf andere Weise erfahren hat, während der Nacht mit ihrem Kinde entflohen ist.“

„Ich muß gestehen,“ sagte Haley, „ich erwartete hier ehrlichen Handel.“

„Halt, Herr!“ sagte Mr. Shelby, sich scharf gegen ihn umwendend, „wie soll ich diese Bemerkung verstehen? Sobald Jemand meine Ehre in Zweifel zieht, so habe ich nur eine Antwort.“

Diese Worte machten Eindruck auf den Händler und er bemerkte nun mit gemäßigterer Stimme, daß es verdammt hart für einen Menschen sei, der sich ehrlich auf einen Handel eingelassen habe, auf diese Weise hintergangen zu werden.

„Mr. Haley,“ sagte Shelby, „wenn ich nicht annähme, daß Sie einigen Grund zur Unzufriedenheit hätten, so würde ich selbst nicht die rohe und unhöfliche Weise, mit der Sie diesen Morgen in dieses Zimmer traten, geduldet haben. Ich muß Ihnen jedoch so viel sagen, da es nothwendig zu sein scheint, daß ich keine Bemerkungen erlauben werde, die mich einer Unredlichkeit in diesem Geschäfte beschuldigen. Ueberdies werde ich es für meine Pflicht halten, Ihnen jeden möglichen Beistand durch Benützung meiner Pferde, Diener u. s. w. zu leisten. Also mit einem Worte, Haley,“ fügte er, plötzlich aus dem Tone einer gemessenen Kälte in seinen gewöhnlichen freimüthigen verfallend, hinzu, „das Beste, was Sie thun können, ist, guter Laune zu bleiben, und mit mir zu frühstücken, und dann wollen wir sehen, was zu thun ist.“